Fresko e.V.

Verein für Bildungs- und Kulturarbeit

4. April 2019
von Wencke Strauss
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Neu bei FRESKO e.V. gestartet: Qualifizierung für Kursleitende in Berufssprachkursen nach der DeuFöV A2/B1

Die IQ Servicestelle Berufsbezogenes Deutsch bei FRESKO e.V. bietet seit März 2019 die dreimodulige „Qualifizierung für Kursleitende in Berufssprachkursen nach der DeuFöV A2/B1“ an. Die Qualifizierung orientiert sich an einem Fortbildungsformat, das von der Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch im Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ erarbeitet wurde, und richtet sich an Kursleitende, die in den Berufssprachkursen gemäß § 45 a Aufenthaltsgesetz unterrichten bzw. zukünftig unterrichten wollen. Die durch das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ geförderte und daher kostenlose Qualifizierung ermöglicht Dozierenden für Deutsch als Zweitsprache eine Erweiterung ihres Portfolios über die Zusatzqualifizierung für Kursleitende in Integrationskursen hinaus.

Großer Fortbildungsbedarf – hohe Nachfrage nach Qualifizierungsangeboten

Das Interesse ist beträchtlich, der erste Durchgang mit Beginn am 29. März ist bis auf den letzten Teilnehmerplatz ausgebucht. Susan Kaufmann, Projektleiterin der IQ Servicestelle Berufsbezogenes Deutsch und selbst Dozierende in der Qualifizierung, kennt viele Teilnehmende schon, denn sie haben an verschiedenen hessischen Standorten bereits an der „Qualifizierung für Kursleitende in Berufssprachkursen nach der DeuFöV B1/C1“ teilgenommen, die seit 2017 von FRESKO e.V. durchgeführt wird. „Mit unserer modularen Fortbildungsreihe wollen die Kursleiterinnen und Kursleiter ihre Einsatzmöglichkeiten im berufsbezogenen Deutsch als Zweitsprache auf die Niveaus A2 und B1 ausdehnen“, so Kaufmann.

„Wir registrieren einen hohen Fortbildungsbedarf und daraus resultierend eine hohe Nachfrage nach unserem Qualifizierungsangebot. Die Berufsbezogenen Sprachkurse mit den Zielsprachniveaus A2 und B1 stellen eine besondere Herausforderung für Kursleitende dar: Die Kurse sollen diejenigen DaZ-Lernenden zu einer erfolgreichen Zertifizierung auf A2 bzw. B1 Niveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER) führen, denen es im Integrationskurs auch nach Absolvieren eines Wiederholungskurses nicht gelungen ist, die Prüfung ‚Deutsch-Test für Zuwanderer‘ mit dem B1-Zertifikat abzuschließen.

Kursleitende stehen also vor der Herausforderung, Teilnehmende, die schon über einen langen Zeitraum ohne den gewünschten Prüfungserfolg Deutsch gelernt haben, erneut auf eine Prüfung und zugleich auf Kommunikationssituationen im Beruf vorzubereiten.

Wir wollen die Kursleiterinnen und Kursleiter, die in den Berufsbezogenen Sprachkurse mit den Zielsprachniveaus A2 und B1 unterrichten oder sich auf eine Tätigkeit in diesem Kurssegment vorbereiten, mit didaktisch-methodischem Handwerkszeug versorgen. Die Fortbildung will einen Überblick über Konzepte und Rahmenbedingungen der Berufssprachkurse geben, Impulse und Methoden für die Durchführung des berufsbezogenen DaZ-Unterrichts anbieten, die Möglichkeit geben, relevante Materialien kennenzulernen und einzuschätzen, Anregungen geben, wie der Spagat zwischen Prüfungsvorbereitung und berufsbezogenem Unterricht gelingen kann und nicht zuletzt den kollegialen Austausch fördern.“

Didaktisches Handwerkszeug für den Unterricht für Kursteilnehmende mit unterbrochener oder geringer Schulbildung

„Es gibt verschiedene Gründe, warum jemand den Integrationskurs nicht geschafft hat“, so Kaufmann. „Viele der Kursteilnehmenden haben selbst nur eine eingeschränkte oder unterbrochene Schulbildung und daher Mühe, mit den Anforderungen eines intensiven lernziel- und prüfungsorientierten Deutschkurses zurechtzukommen. Kursleitende können das an vielen Verhaltensweisen beobachten, z. B. wenn Lernende einen Satz nur bis zum Zeilenende lesen, obwohl er mit einem Umbruch in der nächsten Zeile weitergeht, von Sonderzeichen wie Doppelpunkt oder Anführungszeichen verwirrt sind, mit dem Lernmaterial, den Büchern, nicht zweckgemäß umgehen können oder nicht das richtige oder gar kein Schreibzeug dabeihaben.

Oft bringen die Lernenden auch andere Erfahrungen mit Unterricht und andere Erwartungen an die Dozierenden nach Deutschland mit: ‚Die wissen alles und nehmen mich an der Hand, führen mich‘. Das kollidiert mit dem deutschen Verständnis von Lehren und Lernen, das beim Teilnehmenden die aktive, gestalterische Rolle, die Verantwortung für den eigenen Lernprozess sieht.

Kursleitende müssen sensibilisiert sein für diese besondere Lernsituation und ihren Unterricht mit viel Einfühlsamkeit gestalten. So ist es z. B. wichtig, dass sie mit ihren Kurs-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern Lerntechniken und den effizienten Umgang mit Lern-Hilfsmitteln einüben: Die Lernenden sollen sich idealerweise irgendwann auch selbst behelfen, selbst weiterlernen können – denn der größte Teil des Lernens findet nicht in formalisierten, strukturierten Situationen wie den Sprachkursen statt, sondern im ganz alltäglichen Leben.“

22. März 2019
von Wencke Strauss
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Zwei neue Berufsbezogene Sprachkurse „Zielsprachniveau B1“ mit 400 und „Zielsprachniveau B2“ mit 500 Unterrichtsstunden gestartet

 

Die Berufssprachkurse gem. § 45 a Aufenthaltsgesetz sind auch im dritten Programmjahr eines der teilnehmerstärksten und gefragtesten Deutschförderangebote bei FRESKO e.V.  Zusätzlich zu den B2-Kursen sind im vergangenen Jahr die Berufsbezogenen Sprachkurse mit Zielsprachniveau B1 neu ins Programm gekommen, in der zweiten Märzwoche konnte jetzt bereits der dritte dieser B1-Kurse starten. Auf die bisher sehr gute Erfahrung mit diesem Format zurückblickend, erwartet Fachbereichsleiterin Maia Oschmann auch mit diesem Kursstart wieder eine zielstrebige Lerngruppe.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Berufsbezogenen Sprachkurses mit Zielsprachniveau B1

Anschluss an den Integrationskurs

„Der Kurs ist eine einmalige Gelegenheit für unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer, innerhalb einer staatlichen Förderung – und damit kostenlos – das B1-Sprachniveau zu erreichen und die Zertifikatsprüfung abzulegen. Außerhalb der Berufssprachkurse existiert eine solche Förderung im Anschluss an die Integrationskurse nicht. Man muss dazu wissen: Wenn sie zu uns kommen, haben unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits entweder die 900 Unterrichtsstunden, die im Integrationskurs maximal vorgesehen sind, voll ausgeschöpft, haben aber nicht das B1-Zertifikat erreichen können.

Fachbereichsleiterin Maia Oschmann im Unterricht

Oder sie haben zwar den Integrationskurs erfolgreich mit der Zertifikatsprüfung beendet, konnten danach aber aus verschiedenen Gründen keine weiteren Kurse besuchen und ihr Sprachniveau hat sich wieder von dem damals erreichten B1 entfernt. Sie haben aufgrund ihrer geringeren Sprachkompetenzen kaum Möglichkeiten, sich sinnvoll und nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Eine große Gruppe unter unseren Teilnehmenden sind Frauen, die durch Kindererziehungszeiten nach dem Integrationskurs den Anschluss beim Deutschlernen verloren haben. Sie sehen in dem B1-Kurs ganz klar eine Chance für ihre Entwicklung. Den Berufsbezogene Sprachkurs mit Zielsprachniveau B1 nun erfolgreich zu absolvieren, ist natürlich auch Voraussetzung für den Zugang zur weiterführenden Deutschförderung auf dem Niveau B2.

Ziele: Arbeit oder Ausbildung und mehr soziale Kontakte

Das ist nachvollziehbarerweise für viele unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer das nächste Ziel: Sprachkenntnisse auf einem guten Niveau, dem B2, zu erwerben, um eine Arbeit aufnehmen oder eine Ausbildung beginnen zu können, um mit anderen Menschen in der Zielsprache Deutsch in Kontakt treten zu können und ihr soziales Umfeld zu erweitern, um sich vielleicht in Kindergarten und Schule für die eigenen Kinder stärker einbringen zu können und vieles mehr. Das B1 legt da eine wichtige Basis und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind erfahrungsgemäß hochmotiviert, nach Misserfolgserfahrungen diese Sprachstufe endlich zu schaffen.“

Der Berufsbezogene Sprachkurs mit Zielsprachniveau B1 ist aber keine bloße Wiederholung des Integrationskurses. Das liegt schon daran, dass das Format der Zertifikatsprüfung ein anderes ist und man Deutsch-Kenntnisse auf einem höheren Niveau auf dem Punkt zusammenbringen muss. Und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben auch über die Zeit, in denen sie keine strukturierte Förderung erhalten haben, viele Fähigkeiten und Kenntnisse, zum Beispiel bei den grammatischen Strukturen, wieder verlernt. Oder es haben sich Gewohnheiten entwickelt, die sie durch den Alltag bringen, die aber fern vom richtigen Sprachgebrauch sind, ohne dass sie selbst und ohne Unterstützung gegensteuern können. Deshalb gibt es auch in dem über 400 Unterrichtsstunden angelegten B1-Kurs, wie in allen Berufssprachkursen, eine sozialpädagogische Betreuung, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei Lernschwierigkeiten helfen kann zu erkennen, wie sie lernförderliche Bedingungen für sich schaffen können.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Berufsbezogenen Sprachkurses mit Zielsprachniveau B2 mit Lehrerin Petra Gandor

B2-Sprachkurs mit deutlichem Berufsbezug

Ein Novum im Berufssprachkurs-Angebot bei FRESKO e.V. ist der ebenfalls in der zweiten Märzwoche gestartete Berufsbezogene Sprachkurs mit Zielsprachniveau B2 mit 500 Unterrichtsstunden. Die hohe Stundenzahl soll den Ausgleich von Defiziten ermöglichen, wenn die B1-Zertifikatsprüfung, die Voraussetzung für die Aufnahme in den B2-Kurs ist, schon länger zurückliegt. Oder wenn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht in allen Prüfungsteilen sicher ein B1 erreicht, sondern Prüfungsteile wie Lesen oder Schreiben mit A2 abgeschlossen haben, was unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist.

Mit einer Reihe von Themen wie „Kommunikation am Arbeitsplatz“ oder „Darstellung der eigenen Qualifikationen und Kompetenzen“ hat dieser längere B2-Kurs außerdem einen deutlichen, unmittelbaren Berufsbezug und soll die Deutsch-Sprachkenntnisse für Arbeit, Arbeitssuche, Aus- und Weiterbildung stärken.

„Diese Erweiterung der Inhalte bei den Berufsbezogenen Sprachkursen mit Zielsprachniveau B2 und allein schon die Länge des Kurses verlangen natürlich von unseren Lehrkräften eine besonders strukturierte, nachhaltige Planung, sie müssen ihre ganze Expertise in die Waagschale werfen“, so Fachbereichsleiterin Maia Oschmann. „Wir freuen uns aber auf die Herausforderung, weil wir wissen, dass unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer nur profitieren können, wenn FRESKO e.V. sie bei diesem wichtigen sprachlichen Entwicklungsschritt begleitet.“

15. Februar 2019
von Wencke Strauss
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„Sprache und interkulturelle Kommunikation“ – Dritter IQ Workshop für Ehrenamtliche in der Begleitung von Geflüchteten auf dem Weg in die Arbeitswelt

 

Ehrenamtliche sind nach wie vor ein tragender Erfolgsfaktor für Teilhabe und Integration von Menschen mit Migrations- und vor allem für Menschen mit Fluchthintergrund. Die Aufgaben im Ehrenamt haben sich im Lauf des Engagements jedoch gewandelt: Die Zeiten der „Ersten Hilfe“ sind vorbei. Heute benennen viele Ehrenamtliche die Begleitung der Geflüchteten in die Arbeitswelt als wichtigstes Anliegen.

Im Projekt „Qualifizierung und Vernetzung von Ehrenamtlichen und Gemeinden zur Zusammenarbeit in der Flüchtlingsarbeit“ der Robert-Bosch-Stiftung hat FRESKO e.V. bereits im vergangenen Jahr Bedarfe erfasst und 2018 sowie zu Beginn des Jahres 2019 in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesnetzwerk „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ Workshops zu verschiedenen Fragestellungen ausgerichtet, die den Ehrenamtlichen in ihrer Arbeit mit Menschen mit Fluchthintergrund unmittelbar und tagtäglich begegnen.

© Netzwerk IQ / Kathrin Jegen

Am Beginn der Workshop-Planung hatte eine Abfrage gestanden, welche Themen die ehrenamtlich Engagierten besonders interessieren. Und die Planung reflektierte im Folgenden diese Bedarfe als roten Faden, sodass sich über die einzelnen Workshops hinweg der Austausch vertiefte und intensivierte: Themen konnten erneut aufgegriffen, fortgesetzt, um Aspekte erweitert werden. Auch die Vernetzung der Ehrenamtlichen untereinander wurde so gefördert, weil die Veranstaltungsreihe der thematischen Workshops eine kontinuierliche Plattform schuf und damit Möglichkeiten, sich zu treffen und gemeinsam zu arbeiten.

Fachliche Begleitung und Raum für Vernetzung

Mit der Robert-Bosch-Stiftung hat das Projekt „Qualifizierung und Vernetzung“ einen verlässlichen Förderpartner, der sich gegenwärtigen gesellschaftlichen Herausforderungen stellt und gemeinsam mit regionalen und lokalen Partnern zukunftsfähige Lösungen entwickeln möchte. Das Projekt hat den Auftrag, die ehrenamtlich Engagierten im Rheingau-Taunus-Kreis in ihrer wichtigen Arbeit eng fachlich zu begleiten und Raum für Vernetzung untereinander entstehen zu lassen.

Im dritten und letzten Workshop am 11. Februar im ZEBRA-Büro in Geisenheim ging es um die Grundlagen der interkulturellen Kommunikation. Die breitgefächerte Veranstaltung bot theoretisches Fachwissen und führte die Teilnehmenden in die Thematik ein. Die Trainerinnen Dr. Lara Sigwart und Kathrin Giebeler des IQ Teilprojekts „Interkulturelle Öffnung“ bei FRESKO e.V. stellten gezielt den Bezug zur Arbeitswelt her und verbanden die Theorie mit dem Alltag der Ehrenamtlichen.

Austausch zu Erfahrungen und Lösungsstrategien

Mit Übungen und praktischen Tipps gestalteten die Trainerinnen den Workshop authentisch als einen Raum, in dem die Engagierten Erfahrungen und Erlebnisse berichten, ihr eigenes Erleben reflektieren und Rückmeldungen der Anwesenden erhalten konnten.

Der vorangegangene zweite Workshop zum Thema „Konflikte und Missverständnisse vor und während der Beschäftigung vermeiden“ am 21. Januar hatte eine Reflexion darüber ermöglicht, wie die eigene Arbeitswelt erlebt wird und wie sie wohl auf Geflüchtete wirkt, um schließlich gemeinsam Besonderheiten oder gar Hürden zu erkennen und Lösungsideen zu diskutieren. Daneben hatte der Abend auch Raum zum Austausch der eigenen Erfahrungen geboten. Es hatte reichlich Gesprächsstoff und großes Interesse bei den engagierten Ehrenamtlichen gegeben. Das Thema Arbeitsmarktintegration war mit diesem Workshop nicht abgeschlossen und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten den Wunsch geäußert, verschiedene Fragen beim Workshop am 11. Februar noch einmal aufzugreifen.

7. Februar 2019
von Wencke Strauss
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Sprache und Arbeit für Flüchtlinge: FRESKO e.V. macht Asylbewerber*innen fit in Deutsch

Nicht jeder Mensch mit Migrationshintergrund, der in Deutschland lebt, hat Zugang zu den Integrationskuren des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und damit zu kostenlosem, gefördertem Sprachunterricht vom ersten Kontakt mit der deutschen Sprache bis zum mittleren Sprachniveau B1. Klar ist aber, dass das Deutschlernen mit der Alphabetisierung, also mit dem Erlernen der deutschen Schriftsprache, nicht aufhört. Und dass diejenigen, die keinen Integrationskurs besuchen können, auch selbst gern weiter lernen möchten – bis sie sich selbständig mit Muttersprachlern und anderen Zweitsprechern auf Deutsch in Wort und Schrift verständigen können.

Deutsch-Sprachförderung und Berufsbezug

Um den Deutschförderbedarf derjenigen Migrantinnen und Migranten in Wiesbaden zu decken, die nicht in einem Integrationskurs Deutsch lesen und schreiben lernen und dann weitergehen bis zum B1 und die auch absehbar keinen Kurs besuchen können, hatte die Landeshauptstadt FRESKO e.V. bereits im Jahr 2018 damit beauftragt, den Sprachkurs Sprache und Arbeit für Flüchtlinge zu konzipieren und durchzuführen, gefördert aus Mitteln des Ausbildung- und Qualifizierungsbudgets des Landes Hessen.

Der zweite Durchlauf des Programms bietet ab Februar 2019 eine Sprachförderung für Asylbewerberinnen und Asylbewerber ab 18 Jahren, die im Anschluss an den Erwerb der Schriftsprache einen weiterbestehenden, hohen Förderbedarf beim Deutschlernen haben.

Zusätzlich können auch Menschen gefördert werden, die die deutsche Schriftsprache noch nicht sicher erworben haben. Die Teilnehmenden werden FRESKO e.V. vom Sozialdienst Asyl zugeleitet.

Der Kurs hat neben dem Deutsch-Sprachunterricht berufsbezogene Elemente, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die alle parallel noch an einer Arbeitsgelegenheit für Flüchtlinge (FIM bzw. AGH) teilnehmen, einen ersten Einblick in das deutsche Arbeitsleben ermöglichen sollen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wählen sich kurz nach Kursbeginn in eine dieser Arbeitsgelegenheiten ein, zum Beispiel im Gastservice, in der Großküche, in der Park- und Spielplatzpflege oder im Hausmeisterservice.

Unterstützung erhalten die beiden FRESKO-Projektmitarbeiterinnen von MigraMundi e.V.: Mehrsprachige Sprachmittler können bei komplexeren Themen, z.B. bei der Entscheidungsfindung für eine passende FIM oder AGH, hinzugezogen werden und helfen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf der einen und den FRESKO-Projektverantwortlichen und -Lehrkräften auf der anderen Seite bei der Verständigung miteinander.

Verschiedene Lernvoraussetzungen – ein Ziel: Deutsch lernen für Alltag und Beruf

Die Menschen, die in Sprache und Arbeit für Flüchtlinge zusammen lernen und arbeiten, haben eigentlich grundverschiedene Voraussetzungen.

„Manche unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben bei Kursbeginn Bedenken geäußert, ob sie den Sprachkurs zusammen mit der FIM bzw. der AGH schaffen können“, so die Projektleiterin Dorothee Hansen-Stoffels. „Sie haben noch nie einen geregelten Kursbetrieb bzw. täglichen Deutschunterricht erlebt und bringen zum Teil aus ihren Herkunftsländern auch nur geringe Schulbesuchszeiten mit, viele haben keinen formalen Berufsabschluss. Andere wiederum haben sogar studiert, die Spanne geht also weit auseinander. Die Schwellenängste abzubauen und für alle eine gute Lernatmosphäre, eine dem Lernen förderliche Lerngruppe zu schaffen, das ist unser Anspruch.

Sprache und Arbeit für Flüchtlinge schließt nicht mit einer Zertifikatsprüfung ab. Sondern wir wollen erreichen, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer uns so verlassen, dass sie – individuell auf ihrem Niveau, angemessen und ausreichend – kommunizieren können.

Sprachkompetenz hilft, den Horizont zu erweitern

Wir wollen unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer natürlich auch aktivieren, das ist unser Auftrag. Deshalb gibt es die FIM und die AGH im Programm. Viele wissen erst mal nicht: Was bedeutet überhaupt Beruf, was bedeutet Ausbildung? Was meinen die Deutschen, wenn sie davon sprechen oder mich fragen, welchen Beruf ich in meinem Heimatland gelernt und ausgeübt habe? Welche Arbeit kann ich mit meinen Fähigkeiten hier in Deutschland aufnehmen?

Die berufsbezogenen Themen im Kurs sind das Pfund, mit dem wir wuchern können. Das kommt besonders gut bei unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern an, davon profitieren sie ganz klar. Zusätzlich zum Deutschlernen mit dem Lehrbuch und dem Erreichen einer größeren Sprachkompetenz, die sie mehr und mehr befähigt, mit anderen Menschen auf Deutsch in Kontakt zu treten – für jede und jeden einzelnen spürbar jeden Tag im Alltag.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen Sprachbausteine und Strategien, die sie direkt am nächsten Tag in ihrer Arbeitsgelegenheit anwenden können: Wie verstehe ich eine Arbeitsanweisung? Wie lese ich einen Schichtplan? Wie melde ich mich formal richtig krank? Wie stelle ich mich meinen Kolleginnen und Kollegen vor, wie komme ich mit ihnen ins Gespräch? Das sind natürlich die Themen, die unsere Teilnehmenden motivieren weiterzulernen.“



Dorothee Hansen-Stoffels
Sprache und AGH
0611 40 80 74-11
d.hansen[a]fresko.org

 

1. Februar 2019
von Wencke Strauss
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Spezialberufssprachkurse für Berufstätige in der Pflege und für Verkaufspersonal und Azubis im Einzelhandel

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Flyer Spezialberufssprachkurs Berufsfeld Einzelhandel (Druckversion, pdf, 5,04 MB)

Logo Adobe pdf reader Flyer Spezialberufssprachkurs Nichtakademische Gesundheitsberufe (Druckversion, pdf, 1,84 MB)

Zwei verschiedene Berufsfelder – unterschiedliche Herausforderungen für die Deutsch-Sprachförderung

Pflege und Einzelhandel sind Berufsfelder, in denen gerade im Rhein-Main-Gebiet viele Menschen mit Migrationshintergrund Beschäftigung finden.

Sei es, dass sie sich in jungen Jahren für die einschlägige Ausbildung in der Pflege entschieden und bereits im Herkunftsland diesen Beruf ausgeübt haben. Dann nach Deutschland zugewandert sind und hier an ihren ausländischen Abschluss und die Liebe zu ihrem Beruf anknüpfen und diesen wieder ausüben möchten. Es fehlt ihnen für die vollwertige Tätigkeit als Fachkraft aber noch die staatliche Berufsanerkennung und sie arbeiten zurzeit erst einmal im Helferbereich.

Sei es, dass sie – was das Berufsfeld Einzelhandel angeht – zwar keinen einschlägigen Berufsabschluss vorweisen können. Oder dass die Unterschiede zwischen den Ausbildungssystemen so groß sind, dass eine Berufsanerkennung durch die Industrie- und Handelskammer unerreichbar ist. Dass sie aber weiterhin ein Herz für den Service am Kunden haben, niederschwellig über Helfertätigkeiten (wieder) in den Handel gekommen sind und jetzt nach qualifizierterer Tätigkeit streben.

Seien es die ganz jungen Menschen mit Migrationshintergrund zum Beispiel aus den Intensivklassen für Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger im Schulsystem. Die sich nach Schnupperpraktika oder anderen Einblicken in das Berufsfeld gut eine der möglichen Ausbildungen im Einzelhandel vorstellen können. Aber deren Deutschkenntnisse für den erfolgreichen Besuch der Berufsschule und für den Sprach-Kontakt mit Kunden, Vorgesetzten und Kollegen schon während der dreijährigen Ausbildungszeit nicht ausreichen.

Berufssbezogene Deutsch-Sprachförderung mit Praxisbezug

Für alle diese Menschen mit ihren sehr unterschiedlichen Lern-Voraussetzungen und -Bedarfen und mit ihren unterschiedlichen Zielen bietet FRESKO e.V. eine Deutsch-Sprachförderung nicht nur für das Erreichen eines für die beiden Berufsbereiche angemessenen Sprachniveaus, sondern mit hohem Praxisbezug.

Die Berufssprachkurse gem. § 45 a AufenthG und damit auch die Spezialberufssprachkurse sind ein Sprachlernangebot für Menschen mit Migrationshintergrund, die ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern wollen. Sie werden im Rahmen der Deutschsprachförderverordnung (DeuFöV) aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales gefördert und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge koordiniert.

Berufsfeld Einzelhandel

Der Spezialberufssprachkurs „Berufsfeld Einzelhandel“ bei FRESKO e.V. bietet eine berufsbezogene Sprachförderung mit einer spezifischen Ausrichtung auf Verkaufsberufe und Qualifizierungen im Berufsfeld Einzelhandel: Kauffrau/Kaufmann im Einzelhandel, Verkäuferin/Verkäufer, Kassiererin/Kassierer, Fachverkäuferin/Fachverkäufer u.a. – in verschiedenen Betriebsformen und mit verschiedenen Warensortimenten.

Dieser Spezialberufssprachkurs setzt das Deutschsprachniveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) voraus. Nach dem Spezialberufssprachkurs haben die Teilnehmenden ihr bereits gutes allgemeines Deutsch weiter verbessert und berufsspezifisch ausgebaut. Ihr Wortschatz ist größer, sie können sicherer in ihrer Arbeitswelt kommunizieren und ihren Beruf besser ausüben.

Deutschförderung für Pflegerinnen und Pfleger in der Berufsanerkennung: die Spezialberufssprachkurse „Nichtakademische Gesundheitsberufe“

FRESKO e.V. unterstützt mit dem „Pflege-Sprachkurs basic“ Menschen mit einem ausländischen Berufsabschluss in Gesundheitsfachberufen, die schon das Sprachniveau B1 haben, beim berufsbezogenen Deutschlernen und bereitet sie auf die Sprach-Zertifikatsprüfung „telc Deutsch B1-B2 Pflege“ vor.

„telc Deutsch B1 Pflege“ (oder „B2 Pflege“) ist bei Gesundheits- und Krankenpflegerinnen/Gesundheits- und Krankenpflegern, Altenpflegerinnen/Altenpflegern, Krankenpflegehelferinnen/Krankenpflegehelfern und Altenpflegehelferinnen/Altenpflegehelfern für die Feststellung der vollen Gleichwertigkeit in Hessen anerkannt.

Nur bei FRESKO e.V. in Wiesbaden gibt es zusätzlich den „Pflege-Sprachkurs plus“: Dieser Kurs führt ebenfalls zu „telc Deutsch B1-B2 Pflege“ und ist zusätzlich spezifisch auf den Vorbereitungslehrgang auf die Kenntnisprüfung in der Gesundheits- und Krankenpflege am Asklepios Bildungszentrum Wiesbaden abgestimmt.

Das Team der Spezialberufssprachkurse „Nichtakademische Gesundheitsberufe“ und „Berufsfeld Einzelhandel“ berät gern berufstätige Interessenten wie auch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber: per E-Mail, telefonisch und persönlich.

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber beraten wir gern auch vor Ort in Ihrem Unternehmen!

Sprechen Sie uns an!
Wencke Strauß IQ PflegePRO Pflegekräfte in der Anerkennung FRESKO e.VMaia Oschmann Berufsbezogene Sprachförderung ESF-BAMF-Programm FRESKO e.V
Wencke Strauß

0611 969 70 46-0
w.strauss[a]fresko.org
Maia Oschmann
Fachbereichsleitung Deutsch - BAMF-Projekte
0611 408074-39
m.oschmann[a]fresko.org

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Flyer Berufssprachkurse gem. § 45 a AufenthG (Webansichtsversion, pdf, 259 KB)