FRESKO e.V.

Verein für Bildungs- und Kulturarbeit

9. Juli 2019
von Wencke Strauss
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FRESKO im Fokus: Unsere Lehrenden in den Berufssprachkursen

Wir führen unsere Reihe „FRESKO im Fokus“ mit der Vorstellung von zwei FRESKO e.V.-Mitarbeitern fort – Maia Oschmann und Abdellah Ouchater – die im Bereich Berufsbezogenes Deutsch als Zweitsprache und spezifisch in den Berufssprachkursen gemäß § 45 a AufenthG (auch DeuFöV-Kurse genannt) tätig sind.

In der Reihe „FRESKO im Fokus“ kommen Menschen zu Wort, die – jeder auf eine besondere, individuelle Art – mit FRESKO e.V. und dessen Projekten verbunden sind.

Träumen auf Deutsch

Redaktion: Maia und Abdellah, ihr habt ja selbst Migrationshintergrund, wie wir sagen. Ihr seid beide selbst als junge Menschen nach Deutschland zugewandert. Abdellah, du hast hier ein Studium begonnen. Bei dir, Maia, fing es an mit einer Stelle als Au-pair. Beide habt ihr Deutsche Sprache und Literatur in euren Heimatländern studiert und konntet euch schon sehr gut verständigen und orientieren, als ihr in Deutschland angekommen seid. Welche Perspektive auf das Thema „deutsche Sprache“ ergibt sich daraus für euch, welchen Einfluss hat da eure eigene Sprach- und Migrationsgeschichte?

Maia Oschmann: Ich finde es wichtig, anderen Menschen, die nach Deutschland zugewandert sind, weiterzugeben, dass die Sprache sehr wichtig ist. Ich bin mit 20 nach Deutschland gekommen und bin geblieben. Und das war für mich sehr faszinierend, sei es die Mentalität, sei es das Essen, das Wetter. Man denkt: Das sind solche Klischees. Das sind sie aber nicht, das war tatsächlich alles anders. Jetzt allerdings sind inzwischen 20 Jahre vergangen und ich denke: Jetzt bin ich richtig „eingedeutscht“. (lacht) Wenn ich jetzt zuhause bin, in Georgien, da stören mich ganz schön viele Sachen, da sage ich mir: Oh, okay… Das fand ich ganz interessant. Ich bin mittlerweile deutsche Staatsbürgerin, denn ich habe im Laufe der Jahre immer mehr gemerkt, wenn ich nach Georgien fliege und wenn das Flugzeug dort landet, fühle ich mich nicht, als wäre ich zuhause. Das ist schon so etwas wie Entfremdung. Wenn ich dann nach Deutschland fliege und das Flugzeug nähert sich Frankfurt, dann finde ich, ich bin zuhause. Und man sagt zumindest ja auch: Wenn man in einer Sprache zu träumen beginnt, dann ist die Sprache wie eine Muttersprache. Und das fand ich so interessant, denn das war bei mir auch so.

Abdellah Ouchater im Unterrichtsraum – an diesem Tag ging es im Kurs u.a. um das deutsche Notensystem

Abdellah Ouchater: Das ging mir genauso, das mit den Träumen. Als ich das erste Mal auf Deutsch geträumt habe, hatte ich das Gefühl, das ich integriert bin in die Sprache. Ich fühlte mich gut dabei, es war nicht umsonst, dass ich die Sprache gelernt habe. Und das mit der Heimat kann ich auch nur bestätigen, also: Wenn ich in der Heimat bin – ich komme aus Marokko – dann fühle ich mich irgendwie fremd. Nicht so extrem fremd, aber meine Mentalität hat sich irgendwie geändert, das ist nicht mehr meine Mentalität von damals. Wenn ich mit Freunden spreche, auch überhaupt die Themen, über die sie sprechen, fast alles eben, da gibt es immer große Unterschiede.

„Ich habe selbst erlebt und die Erfahrung gemacht, wie man die deutsche Sprache lernt. Wenn ich dann Deutschlehrer bin, kann ich das bestens an die Kursteilnehmenden vermitteln.“

Redaktion: Erzähl einmal, wie bist du denn nach Deutschland gekommen?

Abdellah Ouchater: In Marokko hatte ich Germanistik studiert, drei Jahre auf Bachelor, habe meinen Abschluss gemacht und dann bin ich nach Deutschland gekommen. Hier, an der Uni Mainz, wollte ich eigentlich weiterstudieren und hatte mich schon eingeschrieben, aber dann wurden doch nicht alle meine Studienleistungen aus Marokko anerkannt. Das war schon ein bisschen frustrierend für mich, ich konnte das Studium dann nicht aufnehmen. Als ich eingeschrieben war, also am Anfang, habe ich studiert, nur um die Sprache zu verbessern. Und auch um das Wissen, also das linguistische Wissen auszubauen. Und das hat sich auf jeden Fall gelohnt! [Anmerkung der Redaktion: Linguistik ist Sprachwissenschaft, sie beschäftigt sich mit Phänomenen wie Lautbildung, Wortbildung, Satzbildung, Kommunikationsmodellen und vielem mehr.]

Redaktion: Hattest du damals schon vor, Deutschlehrer zu werden oder Dozent für Deutsch als Zweitsprache? Was war so deine Idee, was du mit deinem Studium machen wolltest?

Abdellah Ouchater: Genau. Also, in Marokko habe ich schon während des Studiums in einem Studentenjob als Dolmetscher und Übersetzer für die deutsche Botschaft gearbeitet. Oder eigentlich hauptsächlich als Übersetzer, ich habe zum Beispiel die marokkanische Zeitung ins Deutsche übersetzt. Ich habe in Casablanca studiert, das ist 500 Kilometer von meiner Heimatstadt entfernt, und da braucht man eben Geld zum Leben, für die Miete, für Bücher. Das war also der Anfang meiner Auseinandersetzung mit der deutschen Sprache, sozusagen beruflich. Und dann bin ich hierher nach Deutschland gekommen und ich dachte mir: Ich habe selbst erlebt und die Erfahrung gemacht, wie man die deutsche Sprache lernt. Und ich dachte: Wenn ich dann Deutschlehrer bin, kann ich das bestens an die Kursteilnehmenden vermitteln.

Die Bedeutung der Regenjacke

Redaktion: Und du, Maia, hast bereits als Schulkind ab der 5. Klasse und bis zum Abschluss Deutsch gelernt und dann später auch studiert.

Maia Oschmann: Genau. Ich habe dann Deutsch als Fremdsprache bzw. Germanistik studiert. Und das war eine sehr schöne Erfahrung, weil ich zwei deutsche Dozentinnen hatte, die selbst nach Georgien ausgewandert und dort mit Professoren an der Uni verheiratet waren. Die beiden haben uns sehr viel von Deutschland vermittelt, haben uns zu Theateraufführungen auf Deutsch eingeladen, uns Eintrittskarten gekauft. Bei einer weiteren tollen Dozentin, einer Georgierin, musste wir sehr viel lesen, sehr viel Literatur, alles auf Deutsch. Und das war nicht so einfach, das hat mich sehr geprägt, das fand ich sehr interessant. Wir hatten auch eine Dozentin, die Grammatik vermittelt hat, sie war sehr streng, aber auch wirklich klasse.

Aber wenn ich jetzt so zurückblicke, finde ich, dass die Methoden nicht immer korrekt waren, weil doch zum Teil auch sehr viel Georgisch im Studium gesprochen wurde. Das war allerdings ja auch schon vor zwanzig Jahren. Und wenn ich das heute überdenke und einschätzen kann, dann denke ich zum Beispiel an unsere Kurs-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer. Die verstehen manchmal die Sachen nicht auf Deutsch und dann bitten sie: Kannst du mir das auf Arabisch, auf Russisch etc. erklären? Da fühle ich schon mit, ich weiß, wie sie sich fühlen, denn das war für mich selbst damals nicht so einfach. Trotzdem meine ich, eine Fremdsprache, egal um welche Sprache es sich handelt, muss schon in dieser Sprache selbst vermittelt werden.

Nach meinem Studium bin ich als Au-pair nach Deutschland gekommen, nach Hamburg, genauer: nach Buxtehude. Da habe ich gelernt, wofür man eine Regenjacke wirklich braucht, die hat eine große Bedeutung in Hamburg. Und der Regenschirm. Regenjacke und Regenschirm waren die zwei Dinge, die ich immer in meiner Tasche hatte, immer. Ich hatte eine sehr schöne Erfahrung als Au-pair, eine tolle Familie.

„Sie müssen Geduld haben und die Sprache lernen, ohne Sprache wird es nicht möglich sein, eine gute Arbeit zu finden.“

Redaktion: War es von Beginn an deine Idee, Deutsch zu unterrichten? Hast du aus diesem Grund Deutsch studiert?

Maia Oschmann: Ich wollte schon irgendetwas mit der Sprache machen, aber nicht unbedingt als Lehrerin. Das Studium war damals ganz neu an der Uni in Tiflis, ich hatte die Vorstellung, vielleicht in den diplomatischen Dienst zu gehen. So etwas in der Richtung. Bei uns war es damals schon so, dass man Aufnahmeprüfungen ablegen musste, ich habe vier Prüfungen absolviert. Aufgrund der Prüfungsergebnisse, aufgrund der Punktzahl, hatte man dann eine Auswahl an Studiengängen. Und ich hatte eine große Auswahl, weil ich die Prüfungen sehr gut bestanden hatte. Ich habe mich dann aber doch gegen eine Laufbahn in der Diplomatie entschieden und habe angefangen, Deutsch zu studieren.

Als ich dann nach Deutschland kam, habe ich zuerst bei McDonalds gearbeitet, um alles zu finanzieren. Deshalb sage ich immer wieder zu den Teilnehmenden: Wir haben alle klein angefangen, ganz unten. Das war nicht so, dass ich nach Deutschland kam und dass man mir gesagt hat: „Hier, bitteschön Frau Oschmann, wir haben nur auf Sie gewartet.“ So war das nicht! Deshalb versuche ich wirklich immer in den Kursen zu vermitteln: „Sie müssen Geduld haben und die Sprache lernen, ohne Sprache wird es nicht möglich sein, eine gute Arbeit zu finden.“ Das ist mir schon sehr wichtig, dass ich das weitergebe.

Lesen Sie in der Fortsetzung bei „FRESKO im Fokus“, welche Berufswege unsere Lehrenden beschritten haben und was für sie das Besondere an der Arbeit bei FRESKO e.V. ist.

17. Mai 2019
von Wencke Strauss
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FRESKO im Fokus: Wie funktioniert die Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE)?

In unserer neuen Reihe „FRESKO im Fokus“ kommen Menschen zu Wort, die – jeder auf eine besondere, individuelle Art – mit FRESKO e.V. und dessen Projekten verbunden sind.

Nico ist 23 Jahre alt und Auszubildender im Beruf Kaufmann für Büromanagement in der Verwaltung von FRESKO e.V.  Nico ist außerdem Teilnehmer im Projekt „Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen“, kurz: BaE, das im Auftrag der Landeshauptstadt Wiesbaden junge Menschen unter 25 Jahren beim Start ihrer Ausbildung begleitet – und bei Bedarf auch bis zum Berufsabschluss. Der FRESKO e.V.-Onlineredaktion hat Nico erzählt, wie er zur Ausbildung mit BaE gekommen ist, was das Projekt für ihn bedeutet und warum der BaE-Stützunterricht einmalige Klasse ist.

Redaktion: Nico, wie kam es eigentlich, dass du eine Ausbildung bei FRESKO e.V. angefangen hast?

Nico: Ich wohne noch gar nicht so lange in Wiesbaden und FRESKO war mir auch nach meinem Umzug hierher gewissermaßen noch gar kein Begriff, bis ich mit BaE in meine jetzige Ausbildung eingestiegen bin. In meiner Heimatstadt habe ich nach meinem Realschulabschluss eine Ausbildung begonnen, ich musste die aber nach einem Unfall wegen gesundheitlicher Schwierigkeiten abbrechen. Das war eine Ausbildung, in der ich auch körperlich stark gefordert war, und das ging dann einfach nicht mehr, ich musste mich erst einmal in der Physiotherapie wieder an viele Bewegungen und Aktivitäten heranarbeiten. Im Büro zu arbeiten, konnte ich mir damals schon vorstellen, viele meiner Freunde haben Ausbildungen im Büro gemacht. Aber ich habe mich vielleicht einfach nicht getraut, etwas vollkommen Neues zu beginnen. Nachher ist mir natürlich klargeworden, dass man mit einer Ausbildung immer auch neue Dinge lernt, mit denen man vorher nicht zu tun hatte, dafür ist eine Ausbildung da.

Ich wollte in den Verkauf gehen, weil ich da schon Erfahrungen hatte. Ich habe Freude an Zahlen, ich habe zum Beispiel mal zum Spaß meinen Stromverbrauch bis auf die Kilowattstunde berechnet. Ich setze auch Haushaltspläne auf, damit ich zum Beispiel weiß, wie viel Geld ich für was ausgebe. Ich mag es auch, mit und für Menschen zu arbeiten, ich wollte also erst einmal in den Kundenservice und wollte eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann aufnehmen. Da passen ja die Sympathie für Zahlen und der Kundenkontakt einfach gut zusammen. Ich habe dann eine „Betriebliche Eingliederung nach längerer Krankheit“ gemacht, das ist ein Programm für Menschen wie mich, dass wir Schritt für Schritt ins Arbeitsleben zurückkehren können. Da war eine Arbeitserprobung im Verkauf dabei und da habe ich festgestellt: Das ist wohl doch nichts für mich.

Ich wollte auch eigentlich schneller vorankommen, als das bei der Betrieblichen Eingliederung vorgesehen ist, ich hatte ja schon so viel Zeit wegen dieses Unfalls verloren und wollte endlich mit meiner Ausbildung durchstarten. Ich wollte auch möglichst gleich in eine Vollzeitausbildung, Teilzeit hat mich nicht interessiert, obwohl ich auch in Teilzeit hätte verbleiben können. Ich bin aktiv geworden und habe mich selbst beworben, diesmal für eine Ausbildung im Büro. Ich habe jede Menge Bewerbungen versendet und auch probegearbeitet. Das alles hat aber erst einmal nicht zum Erfolg geführt und ich war ganz schön enttäuscht. Und dann kam der Vorschlag, es mit BaE bei FRESKO e.V. zu probieren. Das habe ich dann gemacht, obwohl ich am Anfang sehr skeptisch war, ja sogar Vorbehalte gegen BaE hatte.

Redaktion: Was waren das für Vorbehalte?

Nico: Naja, BaE ist eben eine geförderte Ausbildung und man bekommt weiter ALG II, also das Arbeitslosengeld II als Grundsicherungsleistung vom Staat, und nicht die ‚normale‘ Ausbildungsvergütung. Und am ersten Tag in der Berufsschule, als ‚wir BaE-ler‘ uns in der Klasse vorgestellt haben, kam das auch zur Sprache, nicht das mit dem ALG II, aber schon die Umstände unserer Ausbildung. Denn die anderen Azubis sind ja bei ihrem Ausbildungsbetrieb angestellt und wir BaE-ler eben nicht, also mindestens nicht im ersten Jahr der Ausbildung. Und alle kamen wir von FRESKO e.V. , da hebt man sich schon von den anderen Azubis ab. Das Wort „außerbetrieblich“ klang für mich zuerst auch schlimm, ich habe mir am Anfang viele Gedanken gemacht: Vielleicht denken andere, ich lerne nicht so viel, wie ein ‚normaler‘ Auszubildender, meine Ausbildung hat nicht dieselbe Wertigkeit und ich kann nicht so viel wie jemand, der nicht in BaE war? Diese Gedanken haben bei meinem Start in BaE im August, zum Beginn des Ausbildungsjahrs, schwer auf mir gewogen und ich hatte echt mit Motivationsproblemen zu kämpfen, jeden Tag weiter dabeizubleiben. Ich wollte ja so gern den Anschluss schaffen, ich wollte eine Aufgabe. Und ich hatte zuerst den Eindruck, dass das mit so einer außerbetrieblichen Sache nicht gelingen kann.

Redaktion: Aber jetzt machst du deine Ausbildung bei FRESKO e.V. und bist damit ganz zufrieden, wie wir so als FRESKO-Kolleginnen und -Kollegen mitbekommen. Da hat sich also vieles zum Positiven gewendet in deinen Ansichten?

Nico: Absolut! Als ich erfahren habe, dass FRESKO mich im Haupthaus in der Rheinstraße 36 als Azubi aufnehmen wird, im Bereich Büromanagement, habe ich mich sehr darüber gefreut. Ich bin Mitte August in die Ausbildung eingestiegen. Und zwischenzeitlich haben sich meine Bedenken zerstreut. Ich lerne wirklich viel, ich habe viel zu tun jeden Tag, ich fühle mich als Mitarbeiter wertgeschätzt. Wenn ich nach eineinhalb Ausbildungsjahren eine sehr gute Zwischenprüfung ablege, was ich hoffe, dann könnte ich um ein halbes Jahr verkürzen. Das will ich aber nicht, das habe ich jetzt schon entschieden, ich will mir Zeit geben und die drei vollen Jahre mitnehmen.

Redaktion: Du bist jetzt im ersten Ausbildungsjahr, genauer: fast am Ende von dem Jahr. Was lernst du im Moment?

Nico: Im Moment arbeite ich sehr viel mit Microsoft Excel, zum Beispiel, um optimale Bestellmengen zu errechnen. FRESKO e.V. braucht ja Büromaterial und viele Dinge mehr. Da sind also wieder die Zahlen, die mir so gefallen. Ich lerne aber auch viel zu rechtlichen Aspekten: Arbeitsrecht, Vertragsrecht, welche Rechte und Pflichten haben Auszubildende. Ich lerne, Geschäftskorrespondenz zu schreiben. Dafür braucht man natürlich auch gutes Deutsch, das gibt es an meiner Berufsschule, also an der Schulze-Delitzsch-Schule, noch zusätzlich zum Ausbildungsprogramm. Englisch habe ich auch, ich verstehe gut, wenn ich etwas lese, aber schreiben kann ich nicht so gut. Englisch brauche ich aber voraussichtlich später nicht so unbedingt. Was noch? Buchhaltung und Rechnungswesen kommen dann ab dem zweiten Ausbildungsjahr, darauf freue ich mich schon. Ich begleite die beiden Mitarbeiterinnen der Verwaltung auch viel zu den Projekten, da bekomme ich also mit, wie vielfältig FRESKO e.V. so ist, welche verschiedenen Projekte es gibt. Jedes Projekt hat seine spezifischen Anforderungen und wir von der Verwaltung unterstützen die Projekt-Kolleginnen und -Kollegen, damit alles reibungslos läuft, da haben wir viele Aufgaben.

Was ich noch besonders sagen möchte: Der Stützunterricht in BaE, einmal die Woche etwas mehr als zwei Zeitstunden, ist wirklich toll! Ich habe einen Super-Lehrer, der gut erklären kann, der mich fordert und der mir immer genau so schwere Aufgaben gibt, wie ich bewältigen kann. Der Stützunterricht in BaE ist etwas, was man in einer ‚normalen‘ Ausbildung nicht bekommt, also wirklich einmalig, und der hilft sehr. Wir simulieren zum Beispiel Prüfungen, das trainiert mein Wissen und nimmt gleichzeitig die Nervosität weg für die echte Prüfung. Und da kann ich dann wirklich zeigen, was ich kann.

BaE in Kürze

Wer darf mitmachen?
Die Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE) richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren, die einen Ausbildungsplatz suchen. Teilnehmen können junge Menschen, die Leistungen nach SGB II beziehen oder in einer Bedarfsgemeinschaft leben. Erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von FRESKO e.V. unterstützen die jungen Menschen dabei, einen Ausbildungsplatz in einem Beruf des Dualen Systems zu finden, und begleiten sie im ersten Ausbildungsjahr. Während dieses ersten Jahres übernimmt FRESKO e.V. die Vergütung der Auszubildenden und alle anfallenden Verwaltungstätigkeiten.

BaE-Mitarbeiterinnen Gisela Schmidt und Sarah Schmitt (v.l.)

Wie läuft die Ausbildung?
Der praktische Anteil der Ausbildung findet in Wiesbadener Betrieben aus unterschiedlichen Branchen statt. Ziel ist es, dass die Jugendlichen nach einem Jahr vom Kooperationsbetrieb in ein reguläres Ausbildungsverhältnis übernommen werden und schließlich einen anerkannten Berufsabschluss erwerben.

BaE-Mitarbeiterin Kristina Steffen und BaE-Mitarbeiter Heinz-Peter Ballmann (v.l.)

Der sogenannte Stützunterricht ist neben der Betreuung durch die FRESKO e.V.-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter das zweite wichtige Fundament, das das Projekt den jungen Auszubildenden bietet. Im Stützunterricht werden je nach Bedarf des Azubi Themen aus der Berufsschule oder aus der Praxis bearbeitet.

 

Wer bezahlt das?
Auftraggeber des Projekts, das FRESKO e.V. seit dem Jahr 2001 durchführt, ist die Landeshauptstadt Wiesbaden, Amt für Grundsicherung und Flüchtlinge. Finanziert wird das Projekt über das Ausbildungs- und Qualifizierungsbudget des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration. Wenn die Zugangsvoraussetzungen erfüllt sind, erfolgt die Zuweisung durch die Fallmanagerinnen und Fallmanager der Ausbildungsagentur der Landeshauptstadt Wiesbaden.

Noch Fragen?
Haben Sie Fragen oder benötigen Sie weitere Informationen? Ansprechpartner und Kontaktdaten finden Sie auf der BaE-Projektseite.