FRESKO e.V.

Verein für Bildungs- und Kulturarbeit

3. Juli 2019
von Wencke Strauss
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Auszeichnung für Schüler-Projekt „Essen um die Welt oder die Liebe geht durch den Magen“ beim Leonardo Award 2019

„Ceviche mit Hähnchen“ aus Ecuador? „Persische Nudeln“ aus dem Iran? „Fatoush“, ein syrisches Salatgericht, zu dem gebratenes Fladenbrot gereicht wird? Der Gemüseeintopf „Tajim“ aus Marokko? Die afghanische Festmahlzeit „Khabele“? Oder vielleicht doch eher syrische „Börek“?

Wer sich an diesen Gerichten schon immer einmal selbst in der eigenen Küche versuchen wollte, bisher aber ein wenig Berührungsängste hatte, weil er meinte, das sei vielleicht zu schwer, der kann nun von jungen Menschen, die mit den Gerichten aufgewachsen sind, Schritt für Zubereitungsschritt das Kochen und Backen ihrer Lieblings-Rezepte erlernen: aus selbst geschriebenen Zubereitungsanleitungen, begleitet von einem Video.

Schülerinnen und Schüler der Klassen 11. InteA 2 und PuSch 1 (Sprachanfängerklassen) der Kerschensteinerschule in Wiesbaden standen in der Küche, auf Film aufgenommen wurden sie von Schülerinnen und Schülern der 12. Fachoberschulklasse für Gestaltung. Heraus kam ein hochprofessionelles und dabei doch sehr persönliches Video, mit dem es ganz einfach wird, die leckeren Speisen nachzukochen. Und dabei eine kulinarische Reise zu unternehmen – quasi den Küchen der Welt zu begegnen. Im Video zeigen die Schülerinnen und Schüler, wie es geht, und allein schon das Zusehen macht Appetit – schade wirklich, dass es noch kein Geruchsfernsehen gibt.

Wer vielleicht für den Anfang eher kleinere Brötchen backen bzw. mit wenigen, ganz simplen Schritten zu einer leckeren Mahlzeit gelangen will, der versucht sich einfach an dem Hackfleischauflauf aus Afghanistan nach einem Rezept von Asmahan, die in die Zubereitungsanleitung geschrieben hat: „Hier musst Du keine großen Kochkünste nachweisen. Trotzdem schmeckt es fantastisch!“ Alle Rezepte und das Video sind auf der dem Projekt gewidmeten Internetseite des Leonardo 2019 zu finden.

Fatoush aus Syrien

Einige der Gerichte haben sogar zwischenzeitlich die Feuerprobe in den hungrigen Mündern und Mägen hunderter Schüler im FRESKO-Café, Kantine und Schülercafeteria der Kerschensteinerschule, bestanden: Vor den Osterferien von Kantinenchef Luu Peter und seinem Team nachgekocht, flogen die Teller in der Mittagessenpause nur so über den Tresen, die Kantine ist an den beiden Tagen, an dem die Gerichte im Angebot waren, buchstäblich gestürmt worden.

Und als wäre diese Begeisterung nicht genug des Lobs, wurde das Projekt „Essen um die Welt oder die Liebe geht durch den Magen“ beim Leonardo Award 2019, dem Wiesbadener Schulpreis, in der Kategorie „Integration“ mit dem 2. Platz und einem Preisgeld vom 500,- Euro ausgezeichnet.

Insgesamt waren immerhin 131 Projekte für den diesjährigen Leonardo Award gemeldet und die Schülerinnen und Schüler der Kerschensteinerschule sowie Ewa Hartmann, die als Sozialpädagogin das Projekt begleitet hat und als FRESKO e.V.-Mitarbeiterin schon viele Jahre Klassen in den FRESKO e.V.-Projekten Praxis und Schule (PuSch) und InteA – Integration durch Anschluss und Abschluss betreut, sind sehr glücklich über die Auszeichnung.

Die Schülerinnen und Schüler erhielten für ihren Einsatz auch die Leonardo-Card, die viele Ermäßigungen auf verschiedene kulturelle und sportliche Veranstaltungen ermöglicht, sowie Preisurkunden, die sie stolz ihren Bewerbungsunterlagen hinzufügen können.

16. April 2019
von Ingrid Weinreich
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Qualifizierungsscheck für eine berufliche Qualifizierung in Höhe von bis zu 4.000,- Euro für noch mehr Mitarbeitende

Die Initiative ProAbschluss hat die Fördermöglichkeiten ausgeweitet. Mit Inkrafttreten der neuen Förderrichtlinie hat das Land Hessen die finanzielle Förderung durch den QualiScheck angepasst. Nun können alle Mitarbeitenden mit folgenden Voraussetzungen einen Qualifizierungsscheck für eine berufliche Qualifizierung erhalten:

  • Beschäftigte mit Hauptwohnsitz in Hessen
  • Mindestens 21 Jahre
  • Noch keinen Berufsabschluss im ausgeübten Beruf
  • Sozialversicherungspflichtig beschäftigt (auch geringfügig)

Neu ist, dass auch Beschäftigte der Kommunen und kirchlichen Einrichtungen sowie von Körperschaften des öffentlichen Rechtes einen Qualifizierungsscheck beantragen können. Die bisherige Altersgrenze für Antragsberechtigte wurde von mindestens 27 Jahre auf mindestens 21 Jahre gesenkt. Ausgeschlossen von der Förderung sind nunmehr lediglich Beschäftigte des Bundes oder der Länder.

Die FRESKO e.V.-Bildungscoaches beraten auf der IHK Bildungsmesse zur beruflichen Qualifizierung

Sie möchten sich beruflich höher qualifizieren?

Dann lassen auch Sie sich von den Bildungscoaches und Fachkräfteentwicklerinnen Frau Weber-Jung und Frau Weinreich zu Ihren beruflichen Qualifizierungsmöglichkeiten beraten und starten Sie schon morgen eine berufliche Bildung mit der Unterstützung von bis zu 4000,- € durch den Qualifizierungsscheck.

Sie beschäftigen un- und angelernte Mitarbeitende, die mit höherer Qualifikation noch wertvoller für Ihr Unternehmen werden?

Dann finden Sie uns auch auf vielen Veranstaltungen, wie zuletzt auf der Bildungsmesse der IHK im RheinMain Congress Center (RMCC) in Wiesbaden. Wir beraten Sie und Ihre Mitarbeitenden auch vor Ort in Ihrem Unternehmen und kommen auf Wunsch gerne mit dem mobilen Beratungs-büro, dem ProAbschluss Infomobil vorbei.

 

4. April 2019
von Wencke Strauss
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Neu bei FRESKO e.V. gestartet: Qualifizierung für Kursleitende in Berufssprachkursen nach der DeuFöV A2/B1

Die IQ Servicestelle Berufsbezogenes Deutsch bei FRESKO e.V. bietet seit März 2019 die dreimodulige „Qualifizierung für Kursleitende in Berufssprachkursen nach der DeuFöV A2/B1“ an. Die Qualifizierung orientiert sich an einem Fortbildungsformat, das von der Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch im Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ erarbeitet wurde, und richtet sich an Kursleitende, die in den Berufssprachkursen gemäß § 45 a Aufenthaltsgesetz unterrichten bzw. zukünftig unterrichten wollen. Die durch das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ geförderte und daher kostenlose Qualifizierung ermöglicht Dozierenden für Deutsch als Zweitsprache eine Erweiterung ihres Portfolios über die Zusatzqualifizierung für Kursleitende in Integrationskursen hinaus.

Großer Fortbildungsbedarf – hohe Nachfrage nach Qualifizierungsangeboten

Das Interesse ist beträchtlich, der erste Durchgang mit Beginn am 29. März ist bis auf den letzten Teilnehmerplatz ausgebucht. Susan Kaufmann, Projektleiterin der IQ Servicestelle Berufsbezogenes Deutsch und selbst Dozierende in der Qualifizierung, kennt viele Teilnehmende schon, denn sie haben an verschiedenen hessischen Standorten bereits an der „Qualifizierung für Kursleitende in Berufssprachkursen nach der DeuFöV B1/C1“ teilgenommen, die seit 2017 von FRESKO e.V. durchgeführt wird. „Mit unserer modularen Fortbildungsreihe wollen die Kursleiterinnen und Kursleiter ihre Einsatzmöglichkeiten im berufsbezogenen Deutsch als Zweitsprache auf die Niveaus A2 und B1 ausdehnen“, so Kaufmann.

„Wir registrieren einen hohen Fortbildungsbedarf und daraus resultierend eine hohe Nachfrage nach unserem Qualifizierungsangebot. Die Berufsbezogenen Sprachkurse mit den Zielsprachniveaus A2 und B1 stellen eine besondere Herausforderung für Kursleitende dar: Die Kurse sollen diejenigen DaZ-Lernenden zu einer erfolgreichen Zertifizierung auf A2 bzw. B1 Niveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER) führen, denen es im Integrationskurs auch nach Absolvieren eines Wiederholungskurses nicht gelungen ist, die Prüfung ‚Deutsch-Test für Zuwanderer‘ mit dem B1-Zertifikat abzuschließen.

Kursleitende stehen also vor der Herausforderung, Teilnehmende, die schon über einen langen Zeitraum ohne den gewünschten Prüfungserfolg Deutsch gelernt haben, erneut auf eine Prüfung und zugleich auf Kommunikationssituationen im Beruf vorzubereiten.

Wir wollen die Kursleiterinnen und Kursleiter, die in den Berufsbezogenen Sprachkurse mit den Zielsprachniveaus A2 und B1 unterrichten oder sich auf eine Tätigkeit in diesem Kurssegment vorbereiten, mit didaktisch-methodischem Handwerkszeug versorgen. Die Fortbildung will einen Überblick über Konzepte und Rahmenbedingungen der Berufssprachkurse geben, Impulse und Methoden für die Durchführung des berufsbezogenen DaZ-Unterrichts anbieten, die Möglichkeit geben, relevante Materialien kennenzulernen und einzuschätzen, Anregungen geben, wie der Spagat zwischen Prüfungsvorbereitung und berufsbezogenem Unterricht gelingen kann und nicht zuletzt den kollegialen Austausch fördern.“

Didaktisches Handwerkszeug für den Unterricht für Kursteilnehmende mit unterbrochener oder geringer Schulbildung

„Es gibt verschiedene Gründe, warum jemand den Integrationskurs nicht geschafft hat“, so Kaufmann. „Viele der Kursteilnehmenden haben selbst nur eine eingeschränkte oder unterbrochene Schulbildung und daher Mühe, mit den Anforderungen eines intensiven lernziel- und prüfungsorientierten Deutschkurses zurechtzukommen. Kursleitende können das an vielen Verhaltensweisen beobachten, z. B. wenn Lernende einen Satz nur bis zum Zeilenende lesen, obwohl er mit einem Umbruch in der nächsten Zeile weitergeht, von Sonderzeichen wie Doppelpunkt oder Anführungszeichen verwirrt sind, mit dem Lernmaterial, den Büchern, nicht zweckgemäß umgehen können oder nicht das richtige oder gar kein Schreibzeug dabeihaben.

Oft bringen die Lernenden auch andere Erfahrungen mit Unterricht und andere Erwartungen an die Dozierenden nach Deutschland mit: ‚Die wissen alles und nehmen mich an der Hand, führen mich‘. Das kollidiert mit dem deutschen Verständnis von Lehren und Lernen, das beim Teilnehmenden die aktive, gestalterische Rolle, die Verantwortung für den eigenen Lernprozess sieht.

Kursleitende müssen sensibilisiert sein für diese besondere Lernsituation und ihren Unterricht mit viel Einfühlsamkeit gestalten. So ist es z. B. wichtig, dass sie mit ihren Kurs-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern Lerntechniken und den effizienten Umgang mit Lern-Hilfsmitteln einüben: Die Lernenden sollen sich idealerweise irgendwann auch selbst behelfen, selbst weiterlernen können – denn der größte Teil des Lernens findet nicht in formalisierten, strukturierten Situationen wie den Sprachkursen statt, sondern im ganz alltäglichen Leben.“

22. März 2019
von Wencke Strauss
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Zwei neue Berufsbezogene Sprachkurse „Zielsprachniveau B1“ mit 400 und „Zielsprachniveau B2“ mit 500 Unterrichtsstunden gestartet

 

Die Berufssprachkurse gem. § 45 a Aufenthaltsgesetz sind auch im dritten Programmjahr eines der teilnehmerstärksten und gefragtesten Deutschförderangebote bei FRESKO e.V.  Zusätzlich zu den B2-Kursen sind im vergangenen Jahr die Berufsbezogenen Sprachkurse mit Zielsprachniveau B1 neu ins Programm gekommen, in der zweiten Märzwoche konnte jetzt bereits der dritte dieser B1-Kurse starten. Auf die bisher sehr gute Erfahrung mit diesem Format zurückblickend, erwartet Fachbereichsleiterin Maia Oschmann auch mit diesem Kursstart wieder eine zielstrebige Lerngruppe.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Berufsbezogenen Sprachkurses mit Zielsprachniveau B1

Anschluss an den Integrationskurs

„Der Kurs ist eine einmalige Gelegenheit für unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer, innerhalb einer staatlichen Förderung – und damit kostenlos – das B1-Sprachniveau zu erreichen und die Zertifikatsprüfung abzulegen. Außerhalb der Berufssprachkurse existiert eine solche Förderung im Anschluss an die Integrationskurse nicht. Man muss dazu wissen: Wenn sie zu uns kommen, haben unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits entweder die 900 Unterrichtsstunden, die im Integrationskurs maximal vorgesehen sind, voll ausgeschöpft, haben aber nicht das B1-Zertifikat erreichen können.

Fachbereichsleiterin Maia Oschmann im Unterricht

Oder sie haben zwar den Integrationskurs erfolgreich mit der Zertifikatsprüfung beendet, konnten danach aber aus verschiedenen Gründen keine weiteren Kurse besuchen und ihr Sprachniveau hat sich wieder von dem damals erreichten B1 entfernt. Sie haben aufgrund ihrer geringeren Sprachkompetenzen kaum Möglichkeiten, sich sinnvoll und nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Eine große Gruppe unter unseren Teilnehmenden sind Frauen, die durch Kindererziehungszeiten nach dem Integrationskurs den Anschluss beim Deutschlernen verloren haben. Sie sehen in dem B1-Kurs ganz klar eine Chance für ihre Entwicklung. Den Berufsbezogene Sprachkurs mit Zielsprachniveau B1 nun erfolgreich zu absolvieren, ist natürlich auch Voraussetzung für den Zugang zur weiterführenden Deutschförderung auf dem Niveau B2.

Ziele: Arbeit oder Ausbildung und mehr soziale Kontakte

Das ist nachvollziehbarerweise für viele unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer das nächste Ziel: Sprachkenntnisse auf einem guten Niveau, dem B2, zu erwerben, um eine Arbeit aufnehmen oder eine Ausbildung beginnen zu können, um mit anderen Menschen in der Zielsprache Deutsch in Kontakt treten zu können und ihr soziales Umfeld zu erweitern, um sich vielleicht in Kindergarten und Schule für die eigenen Kinder stärker einbringen zu können und vieles mehr. Das B1 legt da eine wichtige Basis und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind erfahrungsgemäß hochmotiviert, nach Misserfolgserfahrungen diese Sprachstufe endlich zu schaffen.“

Der Berufsbezogene Sprachkurs mit Zielsprachniveau B1 ist aber keine bloße Wiederholung des Integrationskurses. Das liegt schon daran, dass das Format der Zertifikatsprüfung ein anderes ist und man Deutsch-Kenntnisse auf einem höheren Niveau auf dem Punkt zusammenbringen muss. Und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben auch über die Zeit, in denen sie keine strukturierte Förderung erhalten haben, viele Fähigkeiten und Kenntnisse, zum Beispiel bei den grammatischen Strukturen, wieder verlernt. Oder es haben sich Gewohnheiten entwickelt, die sie durch den Alltag bringen, die aber fern vom richtigen Sprachgebrauch sind, ohne dass sie selbst und ohne Unterstützung gegensteuern können. Deshalb gibt es auch in dem über 400 Unterrichtsstunden angelegten B1-Kurs, wie in allen Berufssprachkursen, eine sozialpädagogische Betreuung, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei Lernschwierigkeiten helfen kann zu erkennen, wie sie lernförderliche Bedingungen für sich schaffen können.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Berufsbezogenen Sprachkurses mit Zielsprachniveau B2 mit Lehrerin Petra Gandor

B2-Sprachkurs mit deutlichem Berufsbezug

Ein Novum im Berufssprachkurs-Angebot bei FRESKO e.V. ist der ebenfalls in der zweiten Märzwoche gestartete Berufsbezogene Sprachkurs mit Zielsprachniveau B2 mit 500 Unterrichtsstunden. Die hohe Stundenzahl soll den Ausgleich von Defiziten ermöglichen, wenn die B1-Zertifikatsprüfung, die Voraussetzung für die Aufnahme in den B2-Kurs ist, schon länger zurückliegt. Oder wenn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht in allen Prüfungsteilen sicher ein B1 erreicht, sondern Prüfungsteile wie Lesen oder Schreiben mit A2 abgeschlossen haben, was unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist.

Mit einer Reihe von Themen wie „Kommunikation am Arbeitsplatz“ oder „Darstellung der eigenen Qualifikationen und Kompetenzen“ hat dieser längere B2-Kurs außerdem einen deutlichen, unmittelbaren Berufsbezug und soll die Deutsch-Sprachkenntnisse für Arbeit, Arbeitssuche, Aus- und Weiterbildung stärken.

„Diese Erweiterung der Inhalte bei den Berufsbezogenen Sprachkursen mit Zielsprachniveau B2 und allein schon die Länge des Kurses verlangen natürlich von unseren Lehrkräften eine besonders strukturierte, nachhaltige Planung, sie müssen ihre ganze Expertise in die Waagschale werfen“, so Fachbereichsleiterin Maia Oschmann. „Wir freuen uns aber auf die Herausforderung, weil wir wissen, dass unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer nur profitieren können, wenn FRESKO e.V. sie bei diesem wichtigen sprachlichen Entwicklungsschritt begleitet.“

20. Februar 2019
von Wencke Strauss
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Für junge Geflüchtete geht was! QuABB-Beraterinnen auf Infomesse „Was geht? Ausbildung – Studium – Arbeit: Perspektiven für Geflüchtete“ im Wiesbadener Rathaus

Die Beraterinnen des FRESKO-Projekts „Qualifizierte Ausbildungsbegleitung in Betrieb und Berufsschule (QuABB)“ unterstützen Auszubildende, Betriebe, Berufsschulen und Eltern dabei, Probleme in der Ausbildung frühzeitig wahrzunehmen, und helfen durch professionelle Beratung und Begleitung, drohende Abbrüche abzuwenden und Anschlussperspektiven zu erarbeiten. Auf der Infomesse „Was geht?“ des Wiesbadener Netzwerks „Gemeinsam in Wiesbaden – Tandemprogramme mit Geflüchteten“ waren die QuABB-Beraterinnen mit einem eigenen Stand vertreten. Die Infomesse für Geflüchtete, Ehrenamtliche und Hauptamtliche bot verschiedenen Akteuren aus der Ausbildungs- und Arbeitswelt die Möglichkeit, an Gesprächstischen ihre Angebote vorzustellen, Fragen zu beantworten und sich mit den Besuchern austauschen.

„Unser Team hat sich an der Infomesse beteiligt, weil wir seit Projektstart mehr und mehr auch geflüchtete Menschen in Ausbildung in unseren Beratungen sehen“, so Petra Gandor, QuABB-Beraterin. „Überwiegend kommen sie wegen Sprachförderbedarfen, aber auch andere Problematiken spielen bei vielen eine Rolle: die Wohnsituation ohne Familienanschluss, denn die Familien sind oft im Herkunftsland unserer ratsuchenden Azubis verblieben; die Unkenntnis der Abläufe bei den deutschen Ämtern und Behörden. Auszubildende mit Fluchthintergrund sind also ganz klar eine Personengruppe, die wir mit unseren Beratungsangeboten erreichen möchten. Wir wollten mit unserer Präsenz auf der Infomesse die Qualifizierte Ausbildungsbegleitung in Betrieb und Berufsschule bei ihren noch bekannter machen.

Und es hat sich gelohnt, die Resonanz war sehr gut, meine Kolleginnen und ich waren an dem Abend durchweg im Gespräch. Es gab wirklich viele Anfragen an uns von jungen Geflüchteten, die oft mit ihren Paten bzw. Tandempartnern auf die Infomesse gekommen waren. Sicher auch deshalb, weil bald wieder ein Ausbildungsjahr beginnt. Viele, die auf uns zukamen, wollten wissen, wie sie sich im Bedarfsfall bei QuABB und bei uns Beraterinnen melden können. Wie also der Zugang zur Beratung funktioniert und wer sie in welchen Fällen in Anspruch nehmen kann.“

Sehr wertvoll war es für die QuABB-Beraterinnen zudem, den Abend nutzen zu können, um mit bereits bekannten und auch mit neuen Netzwerkpartnern in Kontakt zu treten, sich über Möglichkeiten einer neuartigen bzw. zukünftigen Zusammenarbeit auszutauschen und von den Partnern aktuelle Informationen aus deren Projektbereichen zu erhalten. Netzwerkpartner, die Auszubildende begleiten, konnten das QuABB-Angebot im persönlichen Gespräch kennen lernen. Die Beraterinnen wiederum hatten die Gelegenheit, mit Akteuren in Weiterbildung und Beratung, mit Verantwortlichen des Amts für Zuwanderung und Integration der Landeshauptstadt Wiesbaden und anderen in Dialog zu treten.

15. Februar 2019
von Wencke Strauss
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„Sprache und interkulturelle Kommunikation“ – Dritter IQ Workshop für Ehrenamtliche in der Begleitung von Geflüchteten auf dem Weg in die Arbeitswelt

Ehrenamtliche sind nach wie vor ein tragender Erfolgsfaktor für Teilhabe und Integration von Menschen mit Migrations- und vor allem für Menschen mit Fluchthintergrund. Die Aufgaben im Ehrenamt haben sich im Lauf des Engagements jedoch gewandelt: Die Zeiten der „Ersten Hilfe“ sind vorbei. Heute benennen viele Ehrenamtliche die Begleitung der Geflüchteten in die Arbeitswelt als wichtigstes Anliegen.

Im Projekt „Qualifizierung und Vernetzung von Ehrenamtlichen und Gemeinden zur Zusammenarbeit in der Flüchtlingsarbeit“ der Robert-Bosch-Stiftung hat FRESKO e.V. bereits im vergangenen Jahr Bedarfe erfasst und 2018 sowie zu Beginn des Jahres 2019 in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesnetzwerk „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ Workshops zu verschiedenen Fragestellungen ausgerichtet, die den Ehrenamtlichen in ihrer Arbeit mit Menschen mit Fluchthintergrund unmittelbar und tagtäglich begegnen.

© Netzwerk IQ / Kathrin Jegen

Am Beginn der Workshop-Planung hatte eine Abfrage gestanden, welche Themen die ehrenamtlich Engagierten besonders interessieren. Und die Planung reflektierte im Folgenden diese Bedarfe als roten Faden, sodass sich über die einzelnen Workshops hinweg der Austausch vertiefte und intensivierte: Themen konnten erneut aufgegriffen, fortgesetzt, um Aspekte erweitert werden. Auch die Vernetzung der Ehrenamtlichen untereinander wurde so gefördert, weil die Veranstaltungsreihe der thematischen Workshops eine kontinuierliche Plattform schuf und damit Möglichkeiten, sich zu treffen und gemeinsam zu arbeiten.

Fachliche Begleitung und Raum für Vernetzung

Mit der Robert-Bosch-Stiftung hat das Projekt „Qualifizierung und Vernetzung“ einen verlässlichen Förderpartner, der sich gegenwärtigen gesellschaftlichen Herausforderungen stellt und gemeinsam mit regionalen und lokalen Partnern zukunftsfähige Lösungen entwickeln möchte. Das Projekt hat den Auftrag, die ehrenamtlich Engagierten im Rheingau-Taunus-Kreis in ihrer wichtigen Arbeit eng fachlich zu begleiten und Raum für Vernetzung untereinander entstehen zu lassen.

Im dritten und letzten Workshop am 11. Februar im ZEBRA-Büro in Geisenheim ging es um die Grundlagen der interkulturellen Kommunikation. Die breitgefächerte Veranstaltung bot theoretisches Fachwissen und führte die Teilnehmenden in die Thematik ein. Die Trainerinnen Dr. Lara Sigwart und Kathrin Giebeler des IQ Teilprojekts „Interkulturelle Öffnung“ bei FRESKO e.V. stellten gezielt den Bezug zur Arbeitswelt her und verbanden die Theorie mit dem Alltag der Ehrenamtlichen.

Austausch zu Erfahrungen und Lösungsstrategien

Mit Übungen und praktischen Tipps gestalteten die Trainerinnen den Workshop authentisch als einen Raum, in dem die Engagierten Erfahrungen und Erlebnisse berichten, ihr eigenes Erleben reflektieren und Rückmeldungen der Anwesenden erhalten konnten.

Der vorangegangene zweite Workshop zum Thema „Konflikte und Missverständnisse vor und während der Beschäftigung vermeiden“ am 21. Januar hatte eine Reflexion darüber ermöglicht, wie die eigene Arbeitswelt erlebt wird und wie sie wohl auf Geflüchtete wirkt, um schließlich gemeinsam Besonderheiten oder gar Hürden zu erkennen und Lösungsideen zu diskutieren. Daneben hatte der Abend auch Raum zum Austausch der eigenen Erfahrungen geboten. Es hatte reichlich Gesprächsstoff und großes Interesse bei den engagierten Ehrenamtlichen gegeben. Das Thema Arbeitsmarktintegration war mit diesem Workshop nicht abgeschlossen und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten den Wunsch geäußert, verschiedene Fragen beim Workshop am 11. Februar noch einmal aufzugreifen.

7. Februar 2019
von Wencke Strauss
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Sprache und Arbeit für Flüchtlinge: FRESKO e.V. macht Asylbewerber*innen fit in Deutsch

Nicht jeder Mensch mit Migrationshintergrund, der in Deutschland lebt, hat Zugang zu den Integrationskuren des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und damit zu kostenlosem, gefördertem Sprachunterricht vom ersten Kontakt mit der deutschen Sprache bis zum mittleren Sprachniveau B1. Klar ist aber, dass das Deutschlernen mit der Alphabetisierung, also mit dem Erlernen der deutschen Schriftsprache, nicht aufhört. Und dass diejenigen, die keinen Integrationskurs besuchen können, auch selbst gern weiter lernen möchten – bis sie sich selbständig mit Muttersprachlern und anderen Zweitsprechern auf Deutsch in Wort und Schrift verständigen können.

Deutsch-Sprachförderung und Berufsbezug

Um den Deutschförderbedarf derjenigen Migrantinnen und Migranten in Wiesbaden zu decken, die nicht in einem Integrationskurs Deutsch lesen und schreiben lernen und dann weitergehen bis zum B1 und die auch absehbar keinen Kurs besuchen können, hatte die Landeshauptstadt FRESKO e.V. bereits im Jahr 2018 damit beauftragt, den Sprachkurs Sprache und Arbeit für Flüchtlinge zu konzipieren und durchzuführen, gefördert aus Mitteln des Ausbildung- und Qualifizierungsbudgets des Landes Hessen.

Der zweite Durchlauf des Programms bietet ab Februar 2019 eine Sprachförderung für Asylbewerberinnen und Asylbewerber ab 18 Jahren, die im Anschluss an den Erwerb der Schriftsprache einen weiterbestehenden, hohen Förderbedarf beim Deutschlernen haben.

Zusätzlich können auch Menschen gefördert werden, die die deutsche Schriftsprache noch nicht sicher erworben haben. Die Teilnehmenden werden FRESKO e.V. vom Sozialdienst Asyl zugeleitet.

Der Kurs hat neben dem Deutsch-Sprachunterricht berufsbezogene Elemente, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die alle parallel noch an einer Arbeitsgelegenheit für Flüchtlinge (FIM bzw. AGH) teilnehmen, einen ersten Einblick in das deutsche Arbeitsleben ermöglichen sollen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wählen sich kurz nach Kursbeginn in eine dieser Arbeitsgelegenheiten ein, zum Beispiel im Gastservice, in der Großküche, in der Park- und Spielplatzpflege oder im Hausmeisterservice.

Unterstützung erhalten die beiden FRESKO-Projektmitarbeiterinnen von MigraMundi e.V.: Mehrsprachige Sprachmittler können bei komplexeren Themen, z.B. bei der Entscheidungsfindung für eine passende FIM oder AGH, hinzugezogen werden und helfen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf der einen und den FRESKO-Projektverantwortlichen und -Lehrkräften auf der anderen Seite bei der Verständigung miteinander.

Verschiedene Lernvoraussetzungen – ein Ziel: Deutsch lernen für Alltag und Beruf

Die Menschen, die in Sprache und Arbeit für Flüchtlinge zusammen lernen und arbeiten, haben eigentlich grundverschiedene Voraussetzungen.

„Manche unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben bei Kursbeginn Bedenken geäußert, ob sie den Sprachkurs zusammen mit der FIM bzw. der AGH schaffen können“, so die Projektleiterin Dorothee Hansen-Stoffels. „Sie haben noch nie einen geregelten Kursbetrieb bzw. täglichen Deutschunterricht erlebt und bringen zum Teil aus ihren Herkunftsländern auch nur geringe Schulbesuchszeiten mit, viele haben keinen formalen Berufsabschluss. Andere wiederum haben sogar studiert, die Spanne geht also weit auseinander. Die Schwellenängste abzubauen und für alle eine gute Lernatmosphäre, eine dem Lernen förderliche Lerngruppe zu schaffen, das ist unser Anspruch.

Sprache und Arbeit für Flüchtlinge schließt nicht mit einer Zertifikatsprüfung ab. Sondern wir wollen erreichen, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer uns so verlassen, dass sie – individuell auf ihrem Niveau, angemessen und ausreichend – kommunizieren können.

Sprachkompetenz hilft, den Horizont zu erweitern

Wir wollen unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer natürlich auch aktivieren, das ist unser Auftrag. Deshalb gibt es die FIM und die AGH im Programm. Viele wissen erst mal nicht: Was bedeutet überhaupt Beruf, was bedeutet Ausbildung? Was meinen die Deutschen, wenn sie davon sprechen oder mich fragen, welchen Beruf ich in meinem Heimatland gelernt und ausgeübt habe? Welche Arbeit kann ich mit meinen Fähigkeiten hier in Deutschland aufnehmen?

Die berufsbezogenen Themen im Kurs sind das Pfund, mit dem wir wuchern können. Das kommt besonders gut bei unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern an, davon profitieren sie ganz klar. Zusätzlich zum Deutschlernen mit dem Lehrbuch und dem Erreichen einer größeren Sprachkompetenz, die sie mehr und mehr befähigt, mit anderen Menschen auf Deutsch in Kontakt zu treten – für jede und jeden einzelnen spürbar jeden Tag im Alltag.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen Sprachbausteine und Strategien, die sie direkt am nächsten Tag in ihrer Arbeitsgelegenheit anwenden können: Wie verstehe ich eine Arbeitsanweisung? Wie lese ich einen Schichtplan? Wie melde ich mich formal richtig krank? Wie stelle ich mich meinen Kolleginnen und Kollegen vor, wie komme ich mit ihnen ins Gespräch? Das sind natürlich die Themen, die unsere Teilnehmenden motivieren weiterzulernen.“

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1. Februar 2019
von Wencke Strauss
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Spezialberufssprachkurse für Berufstätige in der Pflege und für Verkaufspersonal und Azubis im Einzelhandel

Zwei verschiedene Berufsfelder – unterschiedliche Herausforderungen für die Deutsch-Sprachförderung

Pflege und Einzelhandel sind Berufsfelder, in denen gerade im Rhein-Main-Gebiet viele Menschen mit Migrationshintergrund Beschäftigung finden.

Sei es, dass sie sich in jungen Jahren für die einschlägige Ausbildung in der Pflege entschieden und bereits im Herkunftsland diesen Beruf ausgeübt haben. Dann nach Deutschland zugewandert sind und hier an ihren ausländischen Abschluss und die Liebe zu ihrem Beruf anknüpfen und diesen wieder ausüben möchten. Es fehlt ihnen für die vollwertige Tätigkeit als Fachkraft aber noch die staatliche Berufsanerkennung und sie arbeiten zurzeit erst einmal im Helferbereich.

Sei es, dass sie – was das Berufsfeld Einzelhandel angeht – zwar keinen einschlägigen Berufsabschluss vorweisen können. Oder dass die Unterschiede zwischen den Ausbildungssystemen so groß sind, dass eine Berufsanerkennung durch die Industrie- und Handelskammer unerreichbar ist. Dass sie aber weiterhin ein Herz für den Service am Kunden haben, niederschwellig über Helfertätigkeiten (wieder) in den Handel gekommen sind und jetzt nach qualifizierterer Tätigkeit streben.

Seien es die ganz jungen Menschen mit Migrationshintergrund zum Beispiel aus den Intensivklassen für Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger im Schulsystem. Die sich nach Schnupperpraktika oder anderen Einblicken in das Berufsfeld gut eine der möglichen Ausbildungen im Einzelhandel vorstellen können. Aber deren Deutschkenntnisse für den erfolgreichen Besuch der Berufsschule und für den Sprach-Kontakt mit Kunden, Vorgesetzten und Kollegen schon während der dreijährigen Ausbildungszeit nicht ausreichen.

Berufssbezogene Deutsch-Sprachförderung mit Praxisbezug

Für alle diese Menschen mit ihren sehr unterschiedlichen Lern-Voraussetzungen und -Bedarfen und mit ihren unterschiedlichen Zielen bietet FRESKO e.V. eine Deutsch-Sprachförderung nicht nur für das Erreichen eines für die beiden Berufsbereiche angemessenen Sprachniveaus, sondern mit hohem Praxisbezug.

Die Berufssprachkurse gem. § 45 a AufenthG und damit auch die Spezialberufssprachkurse sind ein Sprachlernangebot für Menschen mit Migrationshintergrund, die ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern wollen. Sie werden im Rahmen der Deutschsprachförderverordnung (DeuFöV) aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales gefördert und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge koordiniert.

Berufsfeld Einzelhandel

Der Spezialberufssprachkurs „Berufsfeld Einzelhandel“ bei FRESKO e.V. bietet eine berufsbezogene Sprachförderung mit einer spezifischen Ausrichtung auf Verkaufsberufe und Qualifizierungen im Berufsfeld Einzelhandel: Kauffrau/Kaufmann im Einzelhandel, Verkäuferin/Verkäufer, Kassiererin/Kassierer, Fachverkäuferin/Fachverkäufer u.a. – in verschiedenen Betriebsformen und mit verschiedenen Warensortimenten.

Dieser Spezialberufssprachkurs setzt das Deutschsprachniveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) voraus. Nach dem Spezialberufssprachkurs haben die Teilnehmenden ihr bereits gutes allgemeines Deutsch weiter verbessert und berufsspezifisch ausgebaut. Ihr Wortschatz ist größer, sie können sicherer in ihrer Arbeitswelt kommunizieren und ihren Beruf besser ausüben.

Deutschförderung für Pflegerinnen und Pfleger in der Berufsanerkennung: die Spezialberufssprachkurse „Nichtakademische Gesundheitsberufe“

FRESKO e.V. unterstützt mit dem „Pflege-Sprachkurs basic“ Menschen mit einem ausländischen Berufsabschluss in Gesundheitsfachberufen, die schon das Sprachniveau B1 haben, beim berufsbezogenen Deutschlernen und bereitet sie auf die Sprach-Zertifikatsprüfung „telc Deutsch B1-B2 Pflege“ vor.

„telc Deutsch B1 Pflege“ (oder „B2 Pflege“) ist bei Gesundheits- und Krankenpflegerinnen/Gesundheits- und Krankenpflegern, Altenpflegerinnen/Altenpflegern, Krankenpflegehelferinnen/Krankenpflegehelfern und Altenpflegehelferinnen/Altenpflegehelfern für die Feststellung der vollen Gleichwertigkeit in Hessen anerkannt.

Nur bei FRESKO e.V. in Wiesbaden gibt es zusätzlich den „Pflege-Sprachkurs plus“: Dieser Kurs führt ebenfalls zu „telc Deutsch B1-B2 Pflege“ und ist zusätzlich spezifisch auf den Vorbereitungslehrgang auf die Kenntnisprüfung in der Gesundheits- und Krankenpflege am Asklepios Bildungszentrum Wiesbaden abgestimmt.

Das Team der Spezialberufssprachkurse „Nichtakademische Gesundheitsberufe“ und „Berufsfeld Einzelhandel“ berät gern berufstätige Interessenten wie auch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber: per E-Mail, telefonisch und persönlich.

20. Dezember 2018
von Ruth Weber-Jung
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Deutsch in der Ausbildung

Am 11.12. startete der Kurs „Deutsch in der Ausbildung – Intensiv-Abendkurs“, den unsere Programmentwicklerin Dr. Karin Wullenweber gemeinsam mit dem Leiter des Berufs- und Technologie-Zentrums (BTZ) der Handwerkskammer, Christoph Gluche, geplant und entwickelt hat.

Elf Azubis verschiedener Gewerke arbeiten nun zweimal wöchentlich von 18:00 bis 20:30 Uhr mit Frau Wullenweber intensiv an den sprachlichen Besonderheiten ihrer handwerklichen Ausbildungen mit dem Ziel, sich die fachlichen Inhalte besser erschließen und auch in den anstehenden Prüfungen wiedergeben zu können.

Das große Plus des Kurses ist die Möglichkeit, alles passgenau auf die Azubis zuzuschneiden, anstatt Zugang, Inhalte und Form des Kurses in ein vorab festgelegtes Regelwerk zu pressen. Alle Beteiligten zeigten ein hohes Maß an Flexibilität und Offenheit, was den Kurs sowie die Teilnahme von Azubis, die an anderen Maßnahmen aus meist formalen Gründen nicht teilnehmen dürfen, ermöglichte, wobei sich auch die Willkommens-Lotsin der Handwerkskammer, Anja Kloos, sehr gewinnbringend eingebracht hat. Die ausbildenden Betriebe bemühten sich hoch engagiert um die Teilnahme ihrer Azubis, viele zahlten den Kurs sogar selbst, da die Förderung leider zeitlich eng befristet war.

Der Kurs ist ein schönes Beispiel dafür, was möglich wird und welche positive Synergien entstehen, wenn Projektpartner zielbezogen, kooperativ und mit gemeinsamem Willen etwas auf die Beine stellen möchten.

 

17. Dezember 2018
von Ruth Weber-Jung
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Sprachliche Hürden und Herausforderungen in der Ausbildung nehmen

Die Ausbildungsbegleiterinnen der Qualifizierten Ausbildungsbegleitung in Betrieb und Berufsschule (QuABB) hatten einen kurzen Weg beim Vorschlag der Expertin für eine Weiterbildung für die hessischen QuABB Kollegeninnen und -Kollegen: Mit Dr. Karin Wullenweber, verantwortlich für die Programmentwicklung fanden sie ihre Referentin für einen Fachnachmittag „im eigenen Haus“: bei FRESKO e.V.

16 Ausbildungsbegleiterinnen beschäftigten sich in der Weiterbildung intensiv mit Fragen, Problemlagen und Lösungsansätzen rund um das Thema Sprache in der Ausbildung, unter ihnen auch Barbara Emmelheinz, die Wiesbadener Beraterin von FRESKO e.V.

Barbara Emmelheinz: Viele unserer Ratsuchenden haben Schwierigkeiten in der Ausbildung, die mit ihren Sprachkenntnissen zusammenhängen. Wir pflegen bei FRESKO e.V. den Austausch über das eigene Projekt hinaus. Daher haben wir uns schon häufig mit Karin Wullenweber über berufsbezogene Sprache ausgetauscht. Aus den regelmäßigen Treffen mit den hessischen Kollegen/-innen wissen wir, dass alle sich mit den unzureichenden Sprachkenntnissen der Azubis beschäftigen. Wir erwarten in der nächsten Zeit verstärkt Beratungen wegen nicht bestandener Prüfungen aufgrund der Sprache.

Karin Wullenweber: Ich wusste schon aus den Gesprächen mit den QuABB-Kolleginnen, dass das Problem immer drängender wird. Ich kenne es ja zudem aus meiner eigenen langjährigen Arbeit mit Azubis mit Sprachförderbedarf.

Barbara Emmelheinz: Das war ein wichtiger Aspekt, dass Karin direkt aus der Praxis kommt. Der Workshop behandelte dadurch genau die Themen, die uns Beratenden auf den Nägeln brennen.

Karin Wullenweber: Ja, auch die Fragerunde am Anfang zeigte, was ich erwarte hatte: Die Beratenden brauchen erstens mehr Wissen über das Sprachniveau der Azubis und wie sie dies erreichen, z.B. mit welchen Kursen oder was die DaZ-Zertifikate aussagen.

Zweitens müssen sie die spezifischen Probleme kennen, die sich sprachlich in der Ausbildung auswirken. Damit hängt zusammen, in welche Richtung beraten wird, z.B. ob eine angebotene Deutschförderung für den zu beratenden Azubi überhaupt sinnvoll ist.

Und drittens brauchen sie Unterstützung dabei, wenn Azubis in die Beratung kommen, die wenig Deutsch verstehen. Es ist schon ein bisschen bedenklich, dass fast alle Beratenden berichtet haben, dass Geflüchtete in Ausbildung sind, die kaum schreiben können und oft noch nicht mal A2 erreicht haben.

Barbara Emmelheinz: Dieser Fachnachmittag war eine echte Bereicherung. Das haben uns auch die Kollegen/-innen zurückgemeldet. Da das Thema sehr komplex ist und an Aktualität nicht verlieren wird, haben wir bei der Koordinierungsstelle von Inbas bereits den Wunsch nach einer Fortsetzung formuliert.

Karin Wullenweber: Ich freue mich darauf!