FRESKO e.V.

Verein für Bildungs- und Kulturarbeit

IQ Servicestelle Berufsbezogenes Deutsch FAQ

Was versteht man eigentlich unter Berufsbezogenem Deutsch?

„Berufsbezogenes Deutsch umfasst Kommunikation auf Deutsch in der Arbeitswelt, d. h. in allen Bereichen und Situationen der Berufsorientierung, in Qualifizierungen, im Betrieb – vom Vorstellungsgespräch bis zur Weiterbildung, vom Übergabeprotokoll bis zur Pausenunterhaltung. Diese sprachlichen Anforderungen, mündlich wie schriftlich, werden immer komplexer und sind Barrieren besonders für Migrantinnen und Migranten, die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen. Berufsbezogene Deutschkurse sollen hier helfen.“ So formuliert es die „Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch“ im Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“, die seit 2004 daran arbeitet, die vorliegenden Ansätze und Erfahrungen zu dokumentieren.

Ich habe in letzter Zeit viel von „DeuFöV-Berufssprachkursen“ gehört. Was kann man darunter verstehen?

Die bundesweiten Berufssprachkurse nach § 45a AufenthG („DeuFöV-Kurse“) ersetzen seit Juli 2016 die ESF-BAMF-Kurse des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Sie bauen auf den staatlichen Integrationskursen auf und richten sich an Menschen im arbeitsfähigen Alter mit Deutsch als Zweitsprache und mit Zugang zum Arbeitsmarkt, die arbeitssuchend sind und/oder Leistungen nach SGB II oder SBG III beziehen, eine Ausbildungsstelle suchen oder bereits in der Ausbildung sind oder aber das Anerkennungsverfahren für ihren Berufs- bzw. Ausbildungsabschluss durchlaufen.

Die Abbildung unten gibt einen Überblick über die verschiedenen Kurse der nationalen berufsbezogenen Sprachförderung. Genauere Informationen findet man auf der entsprechenden Seite des BAMF.

Kann ich als Unternehmen Berufsbezogenes Deutsch in meinem Betrieb organisieren?

Als Unternehmen können Sie selbstständig oder gemeinsam mit anderen Betrieben einen berufsbezogenen Deutschkurs für Ihre Mitarbeitenden mit Migrationshintergrund organisieren.

Wichtig ist es dabei vor allem, die Fördermaßnahme sinnvoll zu planen und zu steuern. Zunächst muss klar definiert werden, welche sprachlichen Anforderungen die Tätigkeiten der (neuen) Mitarbeitenden erfordern und zu welchen Aufgaben oder Themenfeldern der Bedarf einer sprachlichen Schulung besteht. Im Anschluss müssen verschiedene Fragen geklärt werden: Welche Lernziele sollen Ihre Mitarbeitenden durch das Unterrichtsangebot erreichen? Welches Format soll das Sprachförderangebot haben? Wie viele Unterrichtseinheiten stehen zur Verfügung? U. a.

Im Förderprogramm IQ können wir Sie bei der Entwicklung eines passgenauen Angebots für Ihren Betrieb sowie bei der Suche nach geeigneten Anbietern unterstützen. Sprechen Sie uns an. Sie erreichen unser Servicetelefon unter der Nummer 0176 4734 8963. Sie finden auch weitere Informationen auf der entsprechenden Seite der IQ Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch.

Es besteht auch die Möglichkeit, eine öffentliche Förderung zu erhalten. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) kann Sprachkurse fördern, die angepasst an die zeitlichen und örtlichen Gegebenheiten in Ihrem Unternehmen oder Ihrer Region sind. Für einen Kurs benötigen Sie ab 7 Teilnehmende (ab 3 im Falle der nicht-akademischen Gesundheitsberufe sowie der akademischen Heilberufe). Oft bietet sich daher eine Kooperation mit anderen engagierten Unternehmen an. Um die Möglichkeiten eines Sprachkurses abzustecken, sprechen Sie direkt das BAMF an.

Was bedeutet IFSL?

IFSL steht für „Integriertes Fach- und Sprachlernen“ und wird als Oberbegriff für die verschiedenen Ansätze der Verzahnung von fachlichem und sprachlichem Lernen genutzt. IFSL ist also ein Ansatz des berufsfachlichen Lernens, mit dem gleichzeitig der Aufbau von Sprachkompetenzen unterstützt wird. Ziel ist, das Deutschlernen von erwachsenen Zugewanderten bedarfsgerecht und möglichst individuell mit berufsfachlichen Inhalten und Lernzielen zu verknüpfen.

Im Hinblick auf die Anerkennungs- und Anwerbeverfahren von Fachkräften greift der Ansatz des IFSL jedoch besonders die aktuellen Lernbedarfe von DaZ-Lernenden auf, die sich in Anpassungs- und Nachqualifizierungen ergeben. Fachliches Lernen wird als ein Prozess verstanden, mit dem sprachliche Kompetenzen als Teil der beruflichen Handlungskompetenzen trainiert werden.

Einen zentralen Aspekt bei der Umsetzung bildet die bedarfsgerechte, flexible und individuelle Lernorganisation. Dafür können unterschiedliche Instrumente und Lernbausteine eingesetzt und miteinander kombiniert werden, zum Beispiel flankierende Kurse für Deutsch als Zweitsprache (DaZ), digitale Lernangebote, Sprachcoachings, Tutorials, Mentoring-Modelle in Betrieben oder Sprachpatenschaften sowie inklusive Ansätze, wie ein sprachsensibler Fachunterricht oder Team-Teaching von Fach- und Sprachlehrenden.

Haben Sie eine Frage zum Berufsbezogenen Deutsch? Sie erreichen uns unter der folgenden E-Mail-Adresse: service.BbD[at]fresko.org