FRESKO e.V.

Verein für Bildungs- und Kulturarbeit

Zeugnisanerkennung für InteA-Teilnehmende – Ein Sprungbrett in den Arbeitsmarkt!

Im Schuljahr 2024/25 haben unsere Sozialpädagog*innen im Projekt InteA insgesamt 36 Anerkennungen ausländischer Bildungsabschlüsse erwirken können und im Laufe des neuen Schuljahres bereits 22 weitere Anträge auf den Weg gebracht, die aktuell in Bearbeitung sind. Die Zeugnisse stammen aus 18 unterschiedlichen Ländern.

Die Ausgangssituation

In InteA lernen Geflüchtete, Zugewanderte und Spätaussiedler mit erhöhtem Sprachförderbedarf Deutsch, die aufgrund ihres Alters nicht mehr in das Regelschulsystem eingegliedert werden können, aber dennoch ihre Schulpflicht erfüllen müssen. Aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters (16-20 Jahre) bringen viele der Schüler*innen Zeugnisse aus ihren Herkunftsländern mit. Da der Prozess zu einer Anerkennung aber mit vielen bürokratischen Hürden verbunden ist und die InteA-Teilnehmenden nach ihrer Ankunft noch nicht gut Deutsch verstehen können, hilft unser sozialpädagogisches Team ihnen auf dem Weg zur Anerkennung.

Eine Frage der Fairness – und des gesamtgesellschaftlichen Mehrwerts

Dass Geflüchtete, die bereits 9 oder mehr Jahre in ihrem Heimatland die Schule besucht haben, dafür einen deutschen Schulabschluss bekommen können, ist in erster Linie aus Gründen der Fairness nachvollziehbar. Denn das Schulamt vergleicht die Abschlüsse aus den Herkunftsländern mit den deutschen schulischen Gegebenheiten und nimmt die Gleichstellungen nur vor, wenn sich die Abschlüsse auch vergleichen lassen. So müssen InteA-Teilnehmende, die bereits lange die Schulbank gedrückt haben, nicht noch weitere Jahre ihres Lebens für einen Abschluss aufwenden.

Die Anerkennungen haben über diesen individuellen Vorteil für die jeweilige Person aber auch einen großen finanziellen, wirtschaftlichen Vorteil für unsere Gesellschaft. Denn eine Person mit einem gleichgestellten Abschluss kann bereits früher in das Berufsleben einsteigen. Der Steuerzahler profitiert nicht nur durch das Wegfallen einer schulischen Maßnahme, die die Person sonst durchlaufen müsste, sondern auch durch die frühere Aufnahme einer Arbeit durch die InteA-Teilnehmenden, die so schneller auf eigenen Beinen stehen und unseren Sozialstaat dann auch mit ihren eigenen steuerlichen Abgaben unterstützen können.

Das kommunale Jobcenter und die Agentur für Arbeit übernehmen daher auch die im Prozess der Anerkennung entstehenden Kosten.