Fresko e.V.

Verein für Bildungs- und Kulturarbeit

4. April 2019
von Wencke Strauss
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Neu bei FRESKO e.V. gestartet: Qualifizierung für Kursleitende in Berufssprachkursen nach der DeuFöV A2/B1

Die IQ Servicestelle Berufsbezogenes Deutsch bei FRESKO e.V. bietet seit März 2019 die dreimodulige „Qualifizierung für Kursleitende in Berufssprachkursen nach der DeuFöV A2/B1“ an. Die Qualifizierung orientiert sich an einem Fortbildungsformat, das von der Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch im Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ erarbeitet wurde, und richtet sich an Kursleitende, die in den Berufssprachkursen gemäß § 45 a Aufenthaltsgesetz unterrichten bzw. zukünftig unterrichten wollen. Die durch das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ geförderte und daher kostenlose Qualifizierung ermöglicht Dozierenden für Deutsch als Zweitsprache eine Erweiterung ihres Portfolios über die Zusatzqualifizierung für Kursleitende in Integrationskursen hinaus.

Großer Fortbildungsbedarf – hohe Nachfrage nach Qualifizierungsangeboten

Das Interesse ist beträchtlich, der erste Durchgang mit Beginn am 29. März ist bis auf den letzten Teilnehmerplatz ausgebucht. Susan Kaufmann, Projektleiterin der IQ Servicestelle Berufsbezogenes Deutsch und selbst Dozierende in der Qualifizierung, kennt viele Teilnehmende schon, denn sie haben an verschiedenen hessischen Standorten bereits an der „Qualifizierung für Kursleitende in Berufssprachkursen nach der DeuFöV B1/C1“ teilgenommen, die seit 2017 von FRESKO e.V. durchgeführt wird. „Mit unserer modularen Fortbildungsreihe wollen die Kursleiterinnen und Kursleiter ihre Einsatzmöglichkeiten im berufsbezogenen Deutsch als Zweitsprache auf die Niveaus A2 und B1 ausdehnen“, so Kaufmann.

„Wir registrieren einen hohen Fortbildungsbedarf und daraus resultierend eine hohe Nachfrage nach unserem Qualifizierungsangebot. Die Berufsbezogenen Sprachkurse mit den Zielsprachniveaus A2 und B1 stellen eine besondere Herausforderung für Kursleitende dar: Die Kurse sollen diejenigen DaZ-Lernenden zu einer erfolgreichen Zertifizierung auf A2 bzw. B1 Niveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER) führen, denen es im Integrationskurs auch nach Absolvieren eines Wiederholungskurses nicht gelungen ist, die Prüfung ‚Deutsch-Test für Zuwanderer‘ mit dem B1-Zertifikat abzuschließen.

Kursleitende stehen also vor der Herausforderung, Teilnehmende, die schon über einen langen Zeitraum ohne den gewünschten Prüfungserfolg Deutsch gelernt haben, erneut auf eine Prüfung und zugleich auf Kommunikationssituationen im Beruf vorzubereiten.

Wir wollen die Kursleiterinnen und Kursleiter, die in den Berufsbezogenen Sprachkurse mit den Zielsprachniveaus A2 und B1 unterrichten oder sich auf eine Tätigkeit in diesem Kurssegment vorbereiten, mit didaktisch-methodischem Handwerkszeug versorgen. Die Fortbildung will einen Überblick über Konzepte und Rahmenbedingungen der Berufssprachkurse geben, Impulse und Methoden für die Durchführung des berufsbezogenen DaZ-Unterrichts anbieten, die Möglichkeit geben, relevante Materialien kennenzulernen und einzuschätzen, Anregungen geben, wie der Spagat zwischen Prüfungsvorbereitung und berufsbezogenem Unterricht gelingen kann und nicht zuletzt den kollegialen Austausch fördern.“

Didaktisches Handwerkszeug für den Unterricht für Kursteilnehmende mit unterbrochener oder geringer Schulbildung

„Es gibt verschiedene Gründe, warum jemand den Integrationskurs nicht geschafft hat“, so Kaufmann. „Viele der Kursteilnehmenden haben selbst nur eine eingeschränkte oder unterbrochene Schulbildung und daher Mühe, mit den Anforderungen eines intensiven lernziel- und prüfungsorientierten Deutschkurses zurechtzukommen. Kursleitende können das an vielen Verhaltensweisen beobachten, z. B. wenn Lernende einen Satz nur bis zum Zeilenende lesen, obwohl er mit einem Umbruch in der nächsten Zeile weitergeht, von Sonderzeichen wie Doppelpunkt oder Anführungszeichen verwirrt sind, mit dem Lernmaterial, den Büchern, nicht zweckgemäß umgehen können oder nicht das richtige oder gar kein Schreibzeug dabeihaben.

Oft bringen die Lernenden auch andere Erfahrungen mit Unterricht und andere Erwartungen an die Dozierenden nach Deutschland mit: ‚Die wissen alles und nehmen mich an der Hand, führen mich‘. Das kollidiert mit dem deutschen Verständnis von Lehren und Lernen, das beim Teilnehmenden die aktive, gestalterische Rolle, die Verantwortung für den eigenen Lernprozess sieht.

Kursleitende müssen sensibilisiert sein für diese besondere Lernsituation und ihren Unterricht mit viel Einfühlsamkeit gestalten. So ist es z. B. wichtig, dass sie mit ihren Kurs-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern Lerntechniken und den effizienten Umgang mit Lern-Hilfsmitteln einüben: Die Lernenden sollen sich idealerweise irgendwann auch selbst behelfen, selbst weiterlernen können – denn der größte Teil des Lernens findet nicht in formalisierten, strukturierten Situationen wie den Sprachkursen statt, sondern im ganz alltäglichen Leben.“

15. Februar 2019
von Wencke Strauss
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„Sprache und interkulturelle Kommunikation“ – Dritter IQ Workshop für Ehrenamtliche in der Begleitung von Geflüchteten auf dem Weg in die Arbeitswelt

 

Ehrenamtliche sind nach wie vor ein tragender Erfolgsfaktor für Teilhabe und Integration von Menschen mit Migrations- und vor allem für Menschen mit Fluchthintergrund. Die Aufgaben im Ehrenamt haben sich im Lauf des Engagements jedoch gewandelt: Die Zeiten der „Ersten Hilfe“ sind vorbei. Heute benennen viele Ehrenamtliche die Begleitung der Geflüchteten in die Arbeitswelt als wichtigstes Anliegen.

Im Projekt „Qualifizierung und Vernetzung von Ehrenamtlichen und Gemeinden zur Zusammenarbeit in der Flüchtlingsarbeit“ der Robert-Bosch-Stiftung hat FRESKO e.V. bereits im vergangenen Jahr Bedarfe erfasst und 2018 sowie zu Beginn des Jahres 2019 in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesnetzwerk „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ Workshops zu verschiedenen Fragestellungen ausgerichtet, die den Ehrenamtlichen in ihrer Arbeit mit Menschen mit Fluchthintergrund unmittelbar und tagtäglich begegnen.

© Netzwerk IQ / Kathrin Jegen

Am Beginn der Workshop-Planung hatte eine Abfrage gestanden, welche Themen die ehrenamtlich Engagierten besonders interessieren. Und die Planung reflektierte im Folgenden diese Bedarfe als roten Faden, sodass sich über die einzelnen Workshops hinweg der Austausch vertiefte und intensivierte: Themen konnten erneut aufgegriffen, fortgesetzt, um Aspekte erweitert werden. Auch die Vernetzung der Ehrenamtlichen untereinander wurde so gefördert, weil die Veranstaltungsreihe der thematischen Workshops eine kontinuierliche Plattform schuf und damit Möglichkeiten, sich zu treffen und gemeinsam zu arbeiten.

Fachliche Begleitung und Raum für Vernetzung

Mit der Robert-Bosch-Stiftung hat das Projekt „Qualifizierung und Vernetzung“ einen verlässlichen Förderpartner, der sich gegenwärtigen gesellschaftlichen Herausforderungen stellt und gemeinsam mit regionalen und lokalen Partnern zukunftsfähige Lösungen entwickeln möchte. Das Projekt hat den Auftrag, die ehrenamtlich Engagierten im Rheingau-Taunus-Kreis in ihrer wichtigen Arbeit eng fachlich zu begleiten und Raum für Vernetzung untereinander entstehen zu lassen.

Im dritten und letzten Workshop am 11. Februar im ZEBRA-Büro in Geisenheim ging es um die Grundlagen der interkulturellen Kommunikation. Die breitgefächerte Veranstaltung bot theoretisches Fachwissen und führte die Teilnehmenden in die Thematik ein. Die Trainerinnen Dr. Lara Sigwart und Kathrin Giebeler des IQ Teilprojekts „Interkulturelle Öffnung“ bei FRESKO e.V. stellten gezielt den Bezug zur Arbeitswelt her und verbanden die Theorie mit dem Alltag der Ehrenamtlichen.

Austausch zu Erfahrungen und Lösungsstrategien

Mit Übungen und praktischen Tipps gestalteten die Trainerinnen den Workshop authentisch als einen Raum, in dem die Engagierten Erfahrungen und Erlebnisse berichten, ihr eigenes Erleben reflektieren und Rückmeldungen der Anwesenden erhalten konnten.

Der vorangegangene zweite Workshop zum Thema „Konflikte und Missverständnisse vor und während der Beschäftigung vermeiden“ am 21. Januar hatte eine Reflexion darüber ermöglicht, wie die eigene Arbeitswelt erlebt wird und wie sie wohl auf Geflüchtete wirkt, um schließlich gemeinsam Besonderheiten oder gar Hürden zu erkennen und Lösungsideen zu diskutieren. Daneben hatte der Abend auch Raum zum Austausch der eigenen Erfahrungen geboten. Es hatte reichlich Gesprächsstoff und großes Interesse bei den engagierten Ehrenamtlichen gegeben. Das Thema Arbeitsmarktintegration war mit diesem Workshop nicht abgeschlossen und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten den Wunsch geäußert, verschiedene Fragen beim Workshop am 11. Februar noch einmal aufzugreifen.