FRESKO e.V.

Verein für Bildungs- und Kulturarbeit

12. September 2022
von Wencke Strauss
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Ein Abschied und ein Neuanfang – Praxis und Schule für den Hauptschulabschluss und einen erfolgreichen Start ins Berufsleben (PuSch) geht, Praxis und Schule (PUSCH) kommt

Die Maßnahme Praxis und Schule für den Hauptschulabschluss und einen erfolgreichen Start ins Berufsleben (PuSch) ist in der Variante PuSch B zu Ende gegangen. Durchgeführt wurde PuSch B an beruflichen Schulen, in Wiesbaden lief die Maßnahme vom 01. August 2015 bis zum 31. Juli 2022 an der Kerschensteinerschule im Berufsschulzentrum. FRESKO e.V. hat die PuSch B-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer über diese Jahre hinweg sozialpädagogisch begleitet und hatte viele Erfolge zu verbuchen.

In jedem Schuljahr haben Schülerinnen und Schüler ihren ersehnten Hauptschulabschuss im 11. Schulbesuchsjahr erlangt bzw. sind in eine Ausbildungsstelle oder in weitere Anschlussperspektiven vermittelt worden. Einige von ihnen konnten sich sogar für auf den Hauptschulabschluss aufbauende Schulformen qualifizieren. Ein PuSch B-Teilnehmer ‚der ersten Stunde‘ studiert heute Informatik und gab bereits Nachhilfe im Bereich Mathematik in PuSch B-Klassen!

Ewa Hartmann, die PuSch B sieben Jahre lang als Sozialpädagogin begleitet hat, ist stolz auf diese Erfolge: „Ich treffe ehemalige Schülerinnen und Schüler aus meinen Klassen in Einzelhandelsgeschäften an der Kasse oder im Laden, wo sie ihre Ausbildung machen oder nach Ausbildungsabschluss beschäftigt sind. Ich treffe sie beim Bäcker, wenn ich Brötchen hole. In den verschiedenen Ausbildungsbereichen der Domäne Mechtildshausen.

Auch bei der Praktikumsakquise für PuSch-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer habe ich immer wieder von verschiedenen Handwerksbetrieben erfahren, dass sie mit unseren Ehemaligen, die nun bspw. als Anlagemechaniker oder Elektroniker ihre Ausbildung machen, sehr zufrieden sind. Ein schönes Gefühl zu wissen, dass diese jungen Menschen sich beruflich weiterentwickeln und ihre Zukunft Fahrt aufgenommen hat!“

Im Schuljahr 2021/2022 haben Ewa Hartmann und Sirin Akyol, eine weitere erfahrene und einfühlsame FRESKO e.V.-Kollegin, die letzte PuSch B-Klasse gemeinsam betreut und „viel Spaß dabei gehabt“, so Hartmann. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses Jahres hatten einen besonders hohen Förderbedarf in allen Lernfächern, aber immerhin vier von 13 aus dieser Klasse haben den Hauptschulabschluss geschafft. Ein Schüler ist anschließend in Ausbildung eingemündet. Infolge einer sehr guten Zusammenarbeit mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit und mit dem Jobcenter der Landeshauptstadt Wiesbaden konnten alle anderen ehemaligen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Fördermaßnahmen vermittelt werden.

„Schade, dass PuSch B nun endet“, meint Hartmann, „und nur PuSch A, der erste Teil des ursprünglichen PuSch-Konzepts, als Fördermaßnahme an den Hauptschulen in die neue Förderperiode des Europäischen Sozialfonds, kurz: ESF, übernommen wurde.“ Der ESF ist neben dem Land Hessen Kofinanzierer des Programms. Statistiken zeigen, dass PuSch B ein Tor für die Zukunft für viele benachteiligte Jugendliche gewesen ist, die sich für den schulischen Weg entschieden haben. Das Programm hatte also nachweislich Erfolg, wird aber dennoch eingestellt. „Viele Jugendliche werden nun in Zukunft leider auf der Strecke bleiben“, bedauert die Pädagogin.

FRESKO e.V. und Ewa Hartmann blicken jetzt nach vorne – mit der Übernahme der sozialpädagogischen Betreuung der Schülerinnen und Schüler im Programm Praxis und Schule (PUSCH), wie der neue Name lautet, zum 01. August 2022 an der IGS Obere Aar in Taunusstein. „Nun beginnt ein neues Kapitel. Ich freue mich sehr darüber!“, sagt Hartmann.

9. August 2022
von Wencke Strauss
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Vom ESF zum ESF Plus – Bildungscoaches von FRESKO e.V. beraten zu vielfältigen beruflichen Weiterbildungen

FRESKO e.V. hat viele Beschäftigte und Unternehmen zu den Möglichkeiten beruflicher Nachqualifizierung beraten. Die Bildungscoaches Frau Ackermann und Frau Weinreich haben dabei im Rahmen des Projektes Pro Abschluss die Beschäftigten begleitet und durch die Förderung des QualiSchecks finanziell gefördert.

Viele haben dadurch erfolgreich ihre Ausbildung berufsbegleitend abgeschlossen. Aus angelernten Beschäftigten sind Fachkräfte geworden.

Wir möchten uns bei Ihnen, den Akteuren aus dem Wirtschaftsministerium, den Kammern den Bildungsanbietern, den Berufsschulen und zahlreichen weiteren Netzwerkpartnern für Ihre Unterstützung bedanken, unsere Klienten bei der erfolgreichen Qualifizierung zum Berufsabschluss zu unterstützen.

Mit dem Start der neuen Förderperiode der Europäischen Union zum 1. Juli, dem ESF Plus Programm, wird der Fokus der Fachkräftesicherung in Hessen mit dem Ziel Fachkräfte zu gewinnen, einzubinden und weiter zu entwickeln noch mehr intensiviert.

Die Bildungscoaches von FRESKO e.V., stark in der Netzwerkarbeit und herausragend in der beruflichen Qualifizierungsberatung sind auch in der neuen Förderperiode die Ansprechpartner, wenn es um die berufliche Bildung von Beschäftigten geht. Im Sinne des lebenslangen Lernens und der schnellen Veränderung in den Berufsfeldern finden die Bildungscoaches gemeinsam mit den Klienten den geeigneten Weg, um sich beruflich weiterzuentwickeln. Dabei nehmen die Bildungscoaches die Potentiale jeden Einzelnen in den Blick, um die geeignete berufliche Qualifizierung zu finden. Von einer beruflichen Weiterbildung, Umschulung oder Aufstiegsqualifizierung, bis hin zur Nachqualifizierung zum anerkannten Berufsabschluss bestehen sowohl diverse Angebote auf dem Weiterbildungsmarkt als auch zahlreiche finanzielle Fördermöglichkeiten.

Die Beratung ist kostenfrei und erfolgt je nach Wunsch persönlich oder auch digital.

Gerne kommen wir auch in Ihr Unternehmen und beraten vor Ort.
Melden Sie sich bei uns!
Ingrid Weinreich PROAbschluss Bildungscoachinnen Nachqualifizierung FRESKO e.V
Ingrid Weinreich
0611 969 70 46-7
i.weinreich[a]fresko.org
Claudia Ackermann
0611 969 70 46-6
c.ackermann[a]fresko.org

7. Juli 2022
von Wencke Strauss
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InteA-Schülerinnen und Schüler tanzen beim Partizipationsprojekt „EDEN“ in Darmstadt, Wiesbaden und Frankfurt

„Stelle Dir vor, Du könntest an einem Ort Deiner Wahl leben und diesen auch selbst gestalten. Wie deinen persönlichen Garten. Wie würde er aussehen? Wo würde Dein Eden sein?“ Mit diesen Worten wird auf der Internetseite des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden das Tanz-Partizipationsprojekt „EDEN“ beschrieben. Und weiter:

“ ‚EDEN‘ begibt sich auf die Suche nach diesem lebendigen Ort in uns und um uns herum und fragt danach, wie und wo ein Ort des Gleichgewichts zwischen unberührten, wilden Naturmächten und domestizierten, gepflegten Landschaften artikuliert werden kann. In einer Auseinandersetzung mit den Sprachgewalten der Natur erforscht das Partizipationsprojekt wie Mensch und Natur als Einheit, Gegensätze, Spielmöglichkeiten oder Reibungsflächen in einen Dialog miteinander treten können. Wir laden Menschen aus unterschiedlichen Lebenskontexten, Biografien und Generationen ein, diesen utopischen oder realen Ort mit zu erschaffen und eine außergewöhnliche Tanzerfahrung zu erleben.“

Bilder und ein Video auf der Internetseite des Hessischen Staatstheaters geben einen Eindruck von der Choreografie, die viel Spannung und Dynamik auf der Bühen erwarten lässt!

Mijdar, Fatima, Marziya, Lindy L’Or, Farhad und Zilan (v.l.n.r.) aus dem InteA-Programm bei FRESKO e.V. werden im Partizipationsprojekt „EDEN“ ab Ende Juni 2022 live vor Publikum in Darmstadt, Wiesbaden und Frankfurt tanzen

Insgesamt hatten sich allein in der Landeshauptstadt Wiesbaden 150 Frauen und Männer, die das Mindestalter von 16 Jahren gerade eben erreicht hatten oder auch schon deutlich älter waren, für das Partizipationsprojekt in Kooperation mit der Tanzplattform Rhein-Main beworben. Teilnehmen konnten letztlich jedoch – produktions- und auch Corona-bedingt – nur 20 Personen.

Sechs Schülerinnen und Schüler, die im Rahmen des Landesprogramms InteA – Integration durch Anschluss und Abschluss die letzten Jahre ihrer Schulpflicht an der Kerschensteinerschule in Wiesbaden verbringen, schafften es unter die glücklichen 20. Sie lassen sich zwischen Anfang Mai und Ende Juli 2022, wenn die letzte Vorstellung über die Bühne gegangen sein wird, auf das Tanzabenteuer ein.

Die Teilnahme am Partizipationsprojekt ist kostenlos – und man muss noch nicht einmal Tanzkenntnisse mitbringen.

 

Die Wiesbadener Proben finden jeden Mittwochabend von 18:45 bis 22:00 Uhr im Hessischen Staatstheater statt. Die Künstlerische Leitung haben Nira Priore Nouak, Raimonda Gudavičiūtė und Marcelo Omine.

Das Projekt „EDEN“ ist allerdings tatsächlich ein städteübergreifendes Projekt: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus der Landeshauptstadt Wiesbaden, aus Darmstadt und aus Frankfurt und werden zunächst getrennt voneinander, jede Gruppe in ihrer Stadt, die Chorographie einstudieren. Später werden die Gruppen in Samstagsproben nach und nach zusammengebracht, dabei stehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den drei Städten dann erstmals gemeinsam auf der Bühne. Bei der Premiere in Darmstadt Ende Juni 2022 und während der Vorstellungen in Wiesbaden und Frankfurt im Juli werden insgesamt 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf der Bühne stehen. Man kann sich also schon einmal auf die Vorstellungen im Sommer mit dieser riesigen Anzahl an Partizipantinnen und Partizipanten freuen!

Die InteA-Schülerinnen und -Schüler berichteten, nachdem die ersten Proben ‚überstanden‘ waren, dass sie mit „EDEN“ völlig neue Erfahrungen machen.

 

Viele von ihnen hatten zuvor keinerlei Tanzerfahrungen, noch waren sie schon jemals in einem Ballettsaal gewesen. Die jungen Leute aus der Kerschensteinerschule arbeiten mit einer bunt gemischten Gruppe aus allen Alterstufen und Generationenen zusammen – und natürlich mit professionellen Künstlerinnen und Künstlern. Das Partizipationsprojekt hat Anspruch – und beansprucht die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch in nicht geringem Maße.

Die Proben laufen bisher gut, erfordern aber jedes Mal drei Stunden am Stück Konzentration und Ausdauer. Die Chorographie ist sehr komplex, so erzählen es die InteA-Schülerinnen und -Schüler. Jedoch hätten sie immer viel Spaß dabei und würden auch viel lachen.

Sirin Akyol, Sozialpädagogin und InteA-Projektkoordinatorin für FRESKO e.V., berichtet von ihren Eindrücken bei der ersten Probe – bei der sie gleich dabeibleiben und mittanzen durfte (oder: musste?): „Eigentlich wollte ich die Schülerinnen und Schüler zum ersten Termin nur hinbegleiten, sie dort abgeben und anschließend nach einem langen Arbeitstag nach Hause fahren. Doch am Staatstheater angekommen, hat mich die künstlerische Leiterin Nira Priore Nouak überzeugt, bei der ersten Probe einfach gleich dazubleiben und mitzumachen. Ich habe mich drauf eingelassen, denn ich war ja schon sehr neugierig.

Nach einer langen Vorstellungs- und Einführungsphase ging es endlich los. Wir verteilten und bewegten uns im Raum, erst einmal Aufwärmübungen. Dann wurden hintereinander einzelne Tanzelemente vorgestellt, die wir nachmachen sollten. Zum Beispiel hat jeder ein großes Kissen bekommen, sollte auf dem Kissen sitzen, liegen, stehen, sich auf das Kissen fallen lassen und viele weitere solcher Aktivitäten. Im Hintergrund lief Musik, die extra für das Partizipationsorojekt komponiert worden war. Nach drei Stunden war ich platt. Den InteA-Schülerinnen und -Schülern ging es aber nicht anders!

„Für mich persönlich war es ein tolles Erlebnis, mich gemeinsam mit völlig fremden Menschen und insbesondere mit meinen Schülerinnen und Schülern auf die Tanzerfahrung einzulassen.“

 

Wir sehen uns täglich im Unterricht, sie kommen oft in mein Büro – aber tanzen haben mich die Schülerinnen und Schüler ja noch nie gesehen! Beim Blickkontakt mit ihnen lachten wir viel über uns selbst. Nach den drei Stunden haben die Schülerinnen und Schüler und Nira Priore Nouak versucht, mich zu überreden, jede Woche mitzumachen. Anscheinend sahen sie in mir ein unentdecktes Tanztalent … Das Angebot musste ich aus zeitlichen Gründen jedoch leider ablehnen.

Am nächsten Tag hatten wir alle bösen Muskelkater und konnten uns kaum bewegen und laufen. Im Nachhinein bin ich trotzdem froh, an der ersten Probe teilgenommen zu haben. So habe ich nun einen Eindruck davon, wie das Projekt aufgebaut ist, welche Arbeit dahintersteckt, was erwartet wird. Und ich freue mich, bei der Uraufführung in Darmstadt und bei den weiteren Vorstellungen – ich muss ja bei allen dabeisein! – meine jungen Leute auf der Bühne zu sehen.“

30. Juni 2022 – Staatstheater Darmstadt (Premiere)

08. Juli 2022 – Hessisches Staatstheater Wiesbaden

14. Juli 2022 – Frankfurt LAB

25. März 2022
von Wencke Strauss
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Pilotierung „Kommunikative Bedarfserhebung in Betrieben“ bei FRESKO e.V.

Im Mai 2021 initiierten das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) das Projekt „Kommunikative Bedarfserhebung in Betrieben“. Die IQ Servicestelle Berufsbezogenes Deutsch bei FRESKO e.V. beteiligt sich an diesem Projekt und ermittelt gemeinsam mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die internationale Fachkräfte beschäftigen oder auch in Zukunft beschäftigen wollen, welche Bedarfe für Deutsch am Arbeitsplatz bestehen. Dazu werden in den KMU Interviews mit der Geschäftsleitung, aber auch mit den internationalen Fachkräften geführt.

© Netzwerk IQ/ANNEGRET HULTSCH Fotografie

Ziel der kommunikativen Bedarfserhebung

Wenn Menschen mit einer anderen Muttersprache als Deutsch eine Beschäftigung oder Ausbildung aufnehmen, kann es im Berufsalltag zu sprachlich bedingten Kommunikationsschwierigkeiten kommen. Einerseits sind die Anforderungen der verschiedenen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber an die Sprachkenntnisse ihrer Beschäftigten vielfältig und hoch. Andererseits variiert die sprachliche Kompetenz und der jeweilige Lernbedarf bei den einzelnen Zweitsprecherinnen und Zweitsprechern stark. Aus diesem Grund werden kommunikative Situationen am Arbeitsplatz, in der Ausbildung und in der Qualifizierung nur schwer bewältigt und es kommt zu Problemen.

© Netzwerk IQ Fotografin: Silke Paustian

Eine kommunikative Bedarfserhebung im Unternehmen kann von Vorteil sein, um die arbeitsplatzspezifischen Herausforderungen zu erkennen und einen Plan für deren Bewältigung zu entwickeln. Dabei werden berufstypische sprachliche Anforderungen am Arbeitsplatz identifiziert und beschrieben. So lässt sich die Frage beantworten, welche Sprachkompetenzen vermittelt werden müssen, damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeit an den jeweiligen Arbeitsplätzen ausführen können.

Die IQ Servicestelle Berufsbezogenes Deutsch führt diese Bedarfserhebung durch und informiert und berät insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, welche Sprachförderangebote in der Region existieren, wie diese passgenau auf die Bedarfe in ihrem Betrieb eingehen können und welche formalen Kriterien gegebenenfalls für eine Förderung zu erfüllen sind.

adobe.stock Monkey Business

11. März 2022
von Wencke Strauss
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Das ALFA-Mobil zu Gast in Eltville zusammen mit FRESKO e.V. und dem Mehrgenerationenhaus

Viele Erwachsene haben Probleme mit dem Lesen und Schreiben

Zeitung lesen, Notizen für den Kollegen schreiben, eine E-Mail verschicken oder den Kindern etwas vorlesen – für viele Erwachsene sind diese Alltagshandlungen kaum zu überwindende Hürden. Um auf Hilfsangebote aufmerksam zu machen, kam das ALFA-Mobil des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung e.V. (BVAG) am 08. März nach Eltville am Rhein.

Das ALFA-Mobil-Team mit dem Eltviller Bürgermeister Patrick Kunkel sowie Mitarbeiterinnen des Mehrgenerationenhauses Eltville und von FRESKO e.V.

Zusammen mit dem Mehrgenerationenhaus Eltville und FRESKO e.V. veranstalteten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ALFA-Mobils einen Aktionstag im Foyer der Märkte REWE, TAKKO und Deichmann am Kiliansring, um Jugendlichen und Erwachsenen, die ihre Schreib- und Lesekenntnisse verbessern möchten, sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren Hinweise auf Unterstützungsmöglichkeiten – insbesondere das Lerncafé Eltville – zu geben.

Bürgermeister Patrick Kunkel im Gespräch mit den ALFA-Team-Mitarbeiterinnen Agnieszka Jaworska und Marula Sednawi und Lernbotschafter Dan Mohr

Betroffene sind häufig von sozialer oder beruflicher Teilhabe ausgeschlossen und verstecken sich

Wichtig ist es, das Problem in die Öffentlichkeit zu tragen, um es von Tabu und Stigma zu befreien. Deshalb war am Beratungsstand auch ein sogenannter Lernbotschafter mit dabei: Dan Mohr hat erst im Erwachsenenalter begonnen, Lesen und Schreiben zu lernen. Er berichtete von seinen eigenen Erfahrungen und trug so ganz authentisch dazu bei, dass das Thema nicht schambehaftet sein muss.

Dan Mohr konnte vor Beginn seines Kurses nicht lesen und schreiben, in der Schule sei er immer so durchgerutscht, berichtete er. Aber er war schon gleich zu Beginn als Lernbotschafter für das ALFA-Mobil mit dabei, um andere zur Kursteilnahme zu ermutigen. Er erzählte, dass er damals von seiner Frau zum Kurs geschickt wurde und dies nicht bereut hat. Wenn er sich früher immer verstecken musste und Gründe wie eine vergessene Brille vorschob, um nicht lesen zu müssen, ist er jetzt froh, dass er ohne Hilfe den Busfahrplan oder alle Schilder auf seiner Strecke beim Motorradfahren lesen kann. Er ist stolz darauf, was er erreicht hat, und sagt über sich selbst: „Ich bin jetzt glücklich.“

Auch Patrick Kunkel, Bürgermeister von Eltville, kam zum Stand, um sich über das Thema und über das Lerncafé zu informieren, und betonte, wie wichtig es für ihn und die Stadt Eltville sei, Menschen mit diesem Hilfsangebot zu erreichen.

4. März 2022
von Wencke Strauss
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Berufsorientierung und Spracherwerb für Handel und Handwerk bei FRESKO e.V.

Seit September 2021 läuft bei FRESKO e.V. das neue Projekt „Berufsorientierung und Spracherwerb für Handel und Handwerk“, kurz BoS genannt.

An diesem Projekt nehmen 14 engagierte Geflüchtete auf fortgeschrittenem A1-Niveau teil. Bisher haben sie einige Monate im Unterricht ihr Deutsch verbessert, wurden mit einem Bewerbungstraining auf die vierwöchige berufliche Lernphase vorbereitet und haben Grundkenntnisse im allgemeinbildenden Bereich erworben. Zusätzlich wurden darüber hinaus notwendige Kenntnisse vermittelt, Angebote auch digital nutzen zu können und die Teilnehmenden wurden dabei angeleitet, dieses praktisch umzusetzen, sodass digitales Lernen möglich ist.

Im Februar hat für die meisten der Teilnehmenden die vierwöchige betriebliche Lernphase begonnen.

Sie sammeln auf dem Wiesbadener Arbeitsmarkt erste berufliche Erfahrungen in so verschiedenen Arbeitsbereichen wie Einzelhandel, Altenpflege, Gas-Wasser-Installation, Elektrotechnik, Reifenservice, Schreinerhandwerk sowie Bildung und Erziehung von Kindern im Elementarbereich. Die übrigen Teilnehmenden nehmen (weiterhin) eine Arbeitsgelegenheit wahr.

Wir freuen uns, dass es trotz der derzeitigen Einschränkungen vielen der Teilnehmenden gelungen ist, den ersten Schritt auf den deutschen Arbeitsmarkt zu machen.

Nach der betrieblichen Lernphase kommen sie für zwei weitere Wochen bei FRESKO e.V. zusammen, werden die Arbeitserprobung reflektieren und eine interne Sprachprüfung zum Nachweis ihrer Kenntnisse ablegen. Ende des Projekts ist Mitte März 2022.

Gefördert wird das Projekt durch die Landeshauptstadt Wiesbaden, Sozialleistungs- und Jobcenter – Maßnahmen- und Integrationsmanagement, im Rahmen des Ausbildungs- und Qualifizierungsbudgets des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration.

1. Februar 2022
von Wencke Strauss
Kommentare deaktiviert für Es geht weiter … Schutzschirm für Ausbildungssuchende in Wiesbaden (SchAu Wie) darf von FRESKO e.V. fortgeführt werden

Es geht weiter … Schutzschirm für Ausbildungssuchende in Wiesbaden (SchAu Wie) darf von FRESKO e.V. fortgeführt werden

Wir freuen uns, dass es mit SchAu Wie weitergeht!

Ermöglicht wird das Projekt durch die Förderung des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration (HMSI). Neu dabei ist die Globus-Stiftung, die seit vielen Jahren u.a. Projekte unterstützt, die Hilfestellungen für Jugendlichen beim Einstieg in das Berufsleben bieten.

Im vergangenen Jahr haben wir das Projekt bereits erfolgreich umgesetzt. Mit der großen Mehrheit der Teilnehmenden konnte eine gute Anschlussperspektive entwickelt werden, so konnten z.B. neun Teilnehmende in reguläre oder geförderte Ausbildung vermittelt werden. Als besonders erfolgreich hat sich die sehr individuelle und bedarfsgerechte Begleitung der Teilnehmenden erwiesen.

Das Projekt richtet sich an junge Menschen im Alter bis 35 Jahre, die den Einstieg in eine Ausbildung anstreben.

Es ist rechtskreisoffen gestaltet, d.h. unsere Zielgruppe kann sowohl aus dem SGB II, SGB III, anderen Rechtskreisen oder auch ohne Leistungsbezug zu uns kommen. Der Ein- und Ausstieg ist jederzeit möglich, wobei die Teilnahmedauer maximal sechs Monate beträgt. In begründeten Fällen ist eine Verlängerung der Projektteilnahme möglich.

Es ist unser Ziel, dass möglichst viele teilnehmende junge Menschen durch unsere Angebote in der besonders belastenden Situation der Pandemie stabilisiert und abgeholt werden.

Aufgrund unserer bisherigen positiven Erfahrungen können wir die Teilnehmenden durch die individualisierte Arbeit auf verschiedenen Ebenen (beruflich, psychosozial oder familiär etc.) beruflich aktivieren und in den Ausbildungsmarkt integrieren. Sofern dies nicht möglich ist, können persönliche Problemlagen bearbeitet, Hinderungsgründe identifiziert und passende Anschlussperspektiven werden.

Inhalte des Projektes sind u.a. sozialpädagogische Begleitung, Berufsorientierung, Bewerbungsmanagement, Entwicklung digitaler Kompetenzen, ausbildungsvorbereitende Qualifizierung und bei Bedarf berufsbezogene Deutschförderung.

Wir freuen uns über Interessentinnen und Interessenten und stehen für Nachfragen gerne unter folgenden Nummern bzw. per E-Mail zur Verfügung.

Bettina Buschhoff
0611 408074-15
b.buschhoff[a]fresko.org

Finanziert wird das Projekt über das Ausbildungs- und Qualifizierungsbudget des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration sowie von der Globus-Stiftung.

 

12. November 2021
von Wencke Strauss
Kommentare deaktiviert für Qualifikation mit Qualität! Die Additive Zusatzqualifizierung für Lehrkräfte in Berufssprachkursen bei FRESKO e.V.

Qualifikation mit Qualität! Die Additive Zusatzqualifizierung für Lehrkräfte in Berufssprachkursen bei FRESKO e.V.

Um in den Berufssprachkursen unterrichten zu können, müssen DaZ-Lehrkräfte ab dem 01.01.2022 eine Qualifikation zur Vermittlung berufsbezogener Deutschsprachkenntnisse vorweisen, die sogenannte „Additive Zusatzqualifizierung für Lehrkräfte in Berufssprachkursen nach § 18 DeuFöV“ (kurz: ZQ BSK).

FRESKO e.V. ist eine der Institutionen, die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) mit der Durchführung dieser Qualifikation beauftragt wurden. Im Oktober 2021 wurde die erste ZQ BSK beendet. Sie folgte den Vorgaben der „Konzeption mit einem Kompetenz- und Anforderungsprofil für Lehrkräfte in Berufssprachkursen“ des BAMF.

Die Qualifizierung bestand inhaltlich aus acht Modulen und folgte im Aufbau der BAMF-Konzeption.

* Die Präsenzphasen (acht aufeinander aufbauende Workshops im Umfang von 70 Unterrichtseinheiten bzw. UE) mussten coronabedingt online, also in virtuellen Klassenzimmern stattfinden. Dazu nutzten wir „Adobe Connect“, eine Schulungssoftware, die uns viele Möglichkeiten der Interaktion und Zusammenarbeit – des Lernens mit- und voreinander – bietet.

* In Selbstlernphasen bereiteten die Teilnehmenden die Präsenzphasen vor und nach. Sie nutzen dazu das FRESKO e.V.-Moodle, eine Lernplattform, auf der sie nicht nur alle Materialien vorfanden, sondern u. a. Aufgaben, Ergebnisse sowie ein Forum zum Austausch. Für diese Phasen waren 80 UE vorgesehen.

* Die Präsenzphasen wurden weiterhin durch begleitete und unbegleitete Praxiserprobungs- und Reflexionsphasen zu jedem der acht Module im Umfang von 10 UE ergänzt.

* Last not least gab es zu jedem der acht Module eine Portfolio-Aufgabe. Diese Aufgaben wurden am Ende in der Abschlussarbeit, dem Portfolio, zusammengefasst.

Ergebnis nach sechs Monaten

Zufriedene Lehrkräfte und zufriedene Trainerinnen und Trainer, die mit einem glücklichen Aufatmen auf einen langen gemeinsamen, oft beschwerlichen, vor allem aber gewinnbringenden Weg zurückblicken.

Eine Teilnehmerin soll stellvertretend hier zu Wort kommen: „Durch die Qualifizierung habe ich noch mehr Sicherheit als Lehrkraft gewonnen und bin dazu befähigt, in künftigen Berufssprachkursen zielgerichtet meinen Unterricht vorbereiten zu können sowie sicher und professionell im Unterricht zu agieren. Durch durchdachte und auf die Zielgruppe abgestimmte und abwechslungsreiche Unterrichtsmaterialien, hinter denen ich vollkommen stehe, sowie durch die Vermittlung beruflichen Wissens werde ich den Lernenden sicherlich einen guten und erfolgreichen Unterricht anbieten und diese auf ihre spätere Rolle im Berufsleben vorbereiten können.“

28. Oktober 2021
von Wencke Strauss
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Unterrichtswerkzeuge und -methoden für Lehrende in berufsbezogenen Deutschförderangeboten: aktuelle Online-Schulungen der IQ Servicestelle Berufsbezogenes Deutsch

(c) BMBF/Patrick Stegmaier

Die IQ Servicestelle Berufsbezogenes Deutsch bei FRESKO e.V.  erweitert zum Jahresende ihr breitgefächertes Online-Schulungsangebot für Lehrende in berufsbezogenen Maßnahmen mit Deutsch als Zweitsprache um zwei neue Fortbildungen: „Sprachcoaching für Arbeit und Beruf“ – als Fortbildungsreihe mit mehreren Terminen konzipiert – sowie „Der Einsatz von Videos im berufsbezogenen DaZ-Unterricht“.

Daneben werden zwei bereits bei vergangenen Durchläufen stark nachgefragte Fortbildungen im November erneut aufgelegt: „Die Vielfalt der Lehrerrolle(n) in Berufssprachkursen“ und „Dicke Luft im Kurs – na und? Konflikte im Unterricht gelassen lösen“. Die Online-Schulungen greifen die Weiterbildungsbedarfe von Lehrenden zu den vielfältigen Aspekten und Fragen ihrer Kursleiterfunktion in berufsbezogenen Deutschförderangeboten auf.

Aufgrund großer Nachfrage bietet die IQ Servicestelle Berufsbezogenes Deutsch außerdem die Fortbildung „Berufsbezogener (DaZ-)Unterricht im Virtuellen Klassenzimmer“ erneut an. „Digitale Medien im Unterricht“ – unter diesem Oberbegriff waren bereits in der Vergangenheit eine Reihe von Online-Schulungen konzipiert und durchgeführt worden. Denn zuzeiten der Pandemie sind die Lehrenden in Berufssprachkursen gezwungen, ihren in Präsenzphasen erprobten Unterricht in Virtuellen Klassenzimmern (VK) durchzuführen.

Keine ganz einfache Sache, denn die aus dem Präsenzunterricht gewohnte DaZ-Didaktik und -Methodik ist nicht 1 zu 1 auf das neue Medium übertragbar. Dieses bietet nämlich neben besonderen didaktischen Möglichkeiten auch spezielle Herausforderungen. Ziel war (und ist weiterhin) die Professionalisierung der Lehrkräfte im Hinblick auf ihre Unterrichtskompetenz in virtuellen Räumen. Lehrende erfahren und lernen, wie das spezifische Potential der virtuellen Klassenzimmer in Bezug auf die Lernziele- und Bedürfnisse der Lernenden genutzt werden kann.

17. September 2021
von Wencke Strauss
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Digital Lehren Lernen – Online-Schulungen zur Förderung digitaler Kompetenz Lehrender der IQ Servicestelle Berufsbezogenes Deutsch

Digitale Medien im Unterricht“ – unter diesem Oberbegriff hat die IQ Servicestelle Berufsbezogenes Deutsch eine Reihe von Online-Schulungen durchgeführt. Sie richten sich an Lehrende, die z. B. in berufsbezogenen Maßnahmen mit Deutsch als Zweitsprache tätig sind.

Mit der Pandemie waren die Lehrenden gezwungen, ihren in Präsenzphasen erprobten Unterricht in virtuellen Klassenzimmern (VK) durchzuführen. Keine ganz einfache Sache, denn die aus dem Präsenzunterricht gewohnte DaZ-Didaktik und -Methodik ist nicht 1 zu 1 auf das neue Medium übertragbar. Dieses bietet nämlich neben besonderen didaktischen Möglichkeiten auch spezielle Herausforderungen.

Folgende Schulungen wurden konzipiert und (zum Teil mehrfach) durchgeführt: „Digitale Tools zum kollaborativen Arbeiten im berufsbezogenen DaZ-Unterricht“, „Digitale Tools zum Üben und Evaluieren im berufsbezogenen DaZ-Unterricht“, „Berufsbezogener (DaZ-)Unterricht im Virtuellen Klassenzimmer“. Die Reihe wird durch eine Fortbildung „Videos im bezugsbezogenen DaZ-Unterricht“ ergänzt.

Die Trainerinnen der IQ Servicestelle Berufsbezogenes Deutsch, Silvia Miglio (l.) und Susan Kaufmann, im Videokonferenzsystem während einer Online-Schulung

Die Schulungen griffen den Weiterbildungsbedarf im Zusammenhang mit diesen Fragen auf. Ziel war (und ist weiterhin) die Professionalisierung der Lehrkräfte im Hinblick auf ihre Unterrichtskompetenz in virtuellen Räumen. Sie haben erfahren und gelernt, wie das spezifische Potential der virtuellen Klassenzimmer in Bezug auf die Lernziele- und Bedürfnisse der Lernenden genutzt werden kann.

Weder die Teilnehmenden noch die Trainerinnen Susan Kaufmann und Silvia Miglio konnten voraussehen, dass Fortbildungen im virtuellen Raum so viel Spaß machen würden. Viele der Lehrkräfte kamen mit der Überzeugung, dass digital kein interessanter Unterricht mit Lachen, Mimik, Rollenspiel, Bewegung möglich sei, sondern nur langweiliger „Frontalunterricht“. Sie lernten – im lebendigen Wechsel – eine Fülle von neuen und interessanten Werkzeugen und Methoden kennen, die schnell und einfach eingesetzt werden können, und konnten diese ausprobieren. Wow, so schwierig ist es gar nicht!

Die Schulungen wurden beim IQ Landesnetzwerk Hessen als Good Practice-Beispiele eingereicht. Aufgrund des großen Erfolgs gab und gibt es Anfragen, sie als Inhouse-Schulungen bei Trägern für berufsbezogene Maßnahmen mit Deutsch als Zweitsprache umzusetzen.